Makhlouf: Finanzsystem wandelt sich, Politik muss folgen
CBI-Gouverneur Gabriel Makhlouf eröffnete die 10. Makroprudenzielle Konferenz in Dublin. Er betonte die Notwendigkeit, die Finanzstabilitätsrahmen angesichts schneller Veränderungen weiterzuentwickeln.
Grenzen verschwimmen, Risiken wandern
Seit der ersten Konferenz 2015 hat sich das Finanzsystem stark gewandelt, doch der Zweck makroprudenzieller Politik bleibt konstant: die Gesellschaft vor den Kosten finanzieller Instabilität zu schützen.
Makhlouf betonte, dass die Rahmenwerke sich mit dem System weiterentwickeln müssen.
Die Agenda der Konferenz zeige die Dimension dieses Wandels, von Bankenaufsicht über Nichtbankenfinanzierung bis hin zu Stablecoins.
Risiken könnten an neuen Orten entstehen, sich über neue Kanäle bewegen und schneller kristallisieren.
Der Fall der Silicon Valley Bank erinnere daran, dass Schwachstellen sich unter scheinbar beruhigenden Indikatoren aufbauen können.
Es gelte, Risiken zu erkennen, bevor sie sich manifestieren, und die Grenzen des Wissens sowie die Kosten des Handelns unter Unsicherheit anzuerkennen.
Dies erfordere gute Daten, solide Modelle und effektive Aufsicht.
Forschung und Kooperation als Fundament
Die Grenzen der Finanzpolitik verschwimmen, da Risiken zunehmend zwischen Banken, Nichtbanken, Märkten und digitalen Finanzformen wandern.
Makhlouf betonte, dass Forschung entscheidend ist, um diese komplexen Netzwerke und die Schockausbreitung zu verstehen.
Die CBI veröffentlichte Vorschläge zur Verbesserung der Bewertung ihres politischen Instrumentariums, um evidenzbasierte und transparente Entscheidungen zu fördern.
Angesichts der globalen Finanzwelt, aber nationaler Aufsicht, seien gemeinsame Standards, vergleichbare Daten und gegenseitiges Vertrauen für globale Resilienz unerlässlich.
Die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft, wie durch das Research Exchange Program der CBI, sei hierfür von großer Bedeutung.
Reifeprüfung für die Finanzstabilität
Makhloufs Rede ist ein klarer Aufruf zur Wachsamkeit.
Sie unterstreicht, dass trotz der Fortschritte die rasante Entwicklung des Finanzsystems ständige Anpassung und Hinterfragung erfordert.
Die Betonung von Forschung und internationaler Kooperation zeigt, dass die komplexen und vernetzten Herausforderungen nicht isoliert gelöst werden können.