Dunne: Finanzkriminalität erfordert kollektive Antwort
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Dunne: Fi­nanz­kri­mi­na­li­tät erfordert kollektive Antwort

Patricia Dunne von der irischen Zentralbank (CBI) betont auf dem Anti-Finanzkriminalität-Gipfel in Dublin die Notwendigkeit eines kollektiven Vorgehens. Instabilität und technologische Transformation erhöhen die Risiken für das Finanzsystem.

Instabilität befeuert Kriminalität

Patricia Dunne von der irischen Zentralbank (CBI) betonte auf dem Anti-Finanzkriminalität-Gipfel in Dublin, dass die Welt von Wandel, Instabilität und Unvorhersehbarkeit geprägt sei.

Diese Unsicherheit schaffe erhöhte Risiken für die Bekämpfung von Finanzkriminalität.

Ein Bericht des World Economic Forum vom März bestätige, dass Verschiebungen in der globalen Wirtschaftsordnung Kriminellen neue Möglichkeiten eröffnen.

Technologische Fortschritte ermöglichten den Einsatz von Werkzeugen, die ursprünglich nicht für Finanzkriminalität gedacht waren, und beschleunigten betrügerische Aktivitäten, die regulatorische Kontrollen durchbrechen.

Die CBI reagiere als risikobasierte Aufsichtsbehörde auf die Art, den Grad und die Geschwindigkeit dieses Wandels.

Resilienz, Anpassungsfähigkeit und Vertrauenswürdigkeit müssten diese Reaktion definieren.

Der jährliche Regulatory and Supervisory Outlook Report der Zentralbank beleuchtet drei Kernthemen: "Makroökonomische und geopolitische Treiber" (Digitalisierung, Betrugsrisiko), "Wie Unternehmen auf Veränderungen reagieren" (operationelle Resilienz, Cyberangriffe) und "Längerfristige strukturelle Kräfte" (Finanzkriminalitätsrisiken wie Insiderhandel, Terrorismusfinanzierung, Geldwäsche und Betrug).

Säure in den Rohren des Systems

Die CBI reguliert und überwacht das Finanzsystem, um Risiken wie Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Sanktionsumgehung, Betrug und Marktmissbrauch zu identifizieren und zu mindern.

Dunne verglich Finanzkriminalität mit "Säure, die durch die Rohre des Finanzsystems strömt" – zutiefst korrosiv und fähig, immensen Schaden anzurichten.

Irlands neueste Nationale Risikobewertung wird einen umfassenden Überblick über die aktuelle Bedrohung durch Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geben.

Die Bekämpfung dieser Risiken erfordert eine kollektive, koordinierte und agile Reaktion von Strafverfolgungsbehörden, Regulierungsbehörden, Finanzinstituten und Technologieunternehmen auf globaler, europäischer und nationaler Ebene.

Die CBI adressiert diese Herausforderungen integriert und ganzheitlich und koordiniert ihre Bemühungen mit internationalen Behörden wie AMLA.

Vigilanz ist die neue Währung

Die CBI konzentriert ihre Aufsicht auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Hochrisikosektoren wie Banken und Zahlungsdienstleistern.

Hier müssen Firmen ihre Kontrollen dringend anpassen, um mit neuen Bedrohungen Schritt zu halten.

Bei Betrug und Scams, die 2024 in Irland zu 66 Mio. Euro Verlusten führten, fordert die Zentralbank von Firmen, Betrugsopfer fair zu behandeln und Haftungspflichten zu erfüllen.