Fiskalimpuls wirkt regional unterschiedlich auf Russlands Inflation
Eine neue Studie der Bank of Russia quantifiziert den Einfluss des Fiskalimpulses auf die Inflation in russischen Regionen. Die Analyse zeigt, dass der Effekt heterogen ist und von der fiskalischen Lage der jeweiligen Region abhängt.
Regionale Fiskalpositionen prägen Inflationsdruck
Die Studie der Bank of Russia untersucht den Einfluss des Fiskalimpulses auf die Inflation in den russischen Regionen, unter Berücksichtigung der heterogenen fiskalischen Positionen.
Bisher fehlten systematische Analysen auf regionaler Ebene in Russland.
Maksim Gabov schlägt eine angepasste Methode zur Schätzung des Fiskalimpulses vor, basierend auf dem Vergleich des tatsächlichen konsolidierten Haushaltsdefizits einer Region mit einem 'neutralen' Niveau, das als Medianwert der makroökonomischen Stabilitätsperiode 2017-2019 berechnet wird.
Die Hauptthese ist, dass der Effekt des Fiskalimpulses heterogen ist und von der fiskalischen Position der Region abhängt, ermittelt durch eine Clusteranalyse des strukturellen Defizits.
Die ökonometrische Analyse nutzte Paneldaten von 85 russischen Regionen von Q1 2020 bis Q3 2025 mittels dynamischer Panelmodelle (Arellano-Bond System GMM).
Die Ergebnisse zeigen einen positiven und statistisch signifikanten Einfluss des Fiskalimpulses auf die Abweichung der regionalen Inflation vom landesweiten Durchschnitt.
Sozialausgaben als Inflationsmotor
Die Aufschlüsselung der Stichprobe nach fiskalischer Position zeigt, dass der proinflationäre Effekt des Fiskalimpulses in Regionen mit chronisch hohen strukturellen Defiziten (Cluster 1 und 3) auftritt.
Für Regionen mit einer neutralen fiskalischen Position (Cluster 2) ist dieser Effekt hingegen nicht vorhanden.
Eine zusätzliche Analyse deutet auf eine partielle Signifikanz der Ausgabenstruktur hin: Regionen mit einem höheren Anteil an Sozialausgaben zeigen eine ausgeprägtere Inflationsreaktion, wenn individuelle Effekte berücksichtigt werden.
Dieser Zusammenhang verliert jedoch an statistischer Signifikanz, sobald Zeiteffekte einbezogen werden.
Die Studie betont die Relevanz regionaler Besonderheiten für effektive Wirtschaftspolitik und Inflationsprognosen.
Fiskalische Realität trifft Inflation
Diese Studie schließt eine wichtige Forschungslücke und liefert konkrete Evidenz für die heterogenen Effekte der Fiskalpolitik.
Sie bestätigt, dass die Transmission fiskalischer Impulse stark von regionalen Gegebenheiten abhängt – ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen.
Für die russischen Regionen bedeutet dies, dass fiskalische Disziplin in defizitäreren Gebieten eine direktere Auswirkung auf die Preisstabilität hat.