Netzwerkstruktur beeinflusst Schockausbreitung in Wirtschaft
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Netzwerkstruktur beeinflusst Schockausbreitung in Wirtschaft

Eine neue Studie der CBR untersucht, wie Input-Output-Verflechtungen die Ausbreitung von Schocks in der Wirtschaft beeinflussen. Verschiedene Netzwerktypen führen zu unterschiedlichen makroökonomischen Reaktionen auf Technologie- und Nachfrageschocks.

Verflechtungen prägen Schockwellen

Die Wirtschaft ist ein komplexes System miteinander verbundener Sektoren, wodurch sich makroökonomische Schocks je nach Produktionskette unterschiedlich ausbreiten.

Die Studie beleuchtet diese Dynamik anhand eines multisektoralen Neukeynesianischen Modells und theoretischer Eckfälle von Input-Output-Netzwerktypen.

Ein Beispiel hierfür ist der unterschiedliche Einfluss des COVID-19-Schocks auf Deutschland, ein Industrieland mit dicht vernetzten Produktionsnetzwerken, und Thailand, dessen Wirtschaft stärker auf Dienstleistungen und Tourismus ausgerichtet ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene intersektorale Strukturen zu unterschiedlichen Reaktionen makroökonomischer Variablen auf Technologieschocks führen können, wobei das Zusammenspiel von Lohn- und Produktivitätseffekten die Kaskadenverstärkung in nachgelagerten Sektoren entweder erzeugen oder eliminieren kann.

Die Ausbreitung geldpolitischer Schocks wird zudem maßgeblich von der Steigung der Konsumentenpreis-Phillips-Kurve beeinflusst, die stark von den intersektoralen Verbindungen abhängt.

Spezialisierung und Konsumanteile

Die Analyse befasst sich auch mit dem Einfluss mikroökonomischer Parameter auf die Schockausbreitung.

Es wird theoretisch bestätigt, dass Sektoren mit hohen Anteilen am Endverbrauch, wenn sie von positiven Technologieschocks betroffen sind, stärkere Reaktionen makroökonomischer Variablen hervorrufen.

Darüber hinaus zeigt sich, dass Produktivitätsschocks in Sektoren, die auf Endprodukte spezialisiert sind, stets größere Reaktionen hervorrufen als in Sektoren, die auf Zwischenprodukte spezialisiert sind, unabhängig vom Grad der Abhängigkeit des Endsektors.

Die Arbeit knüpft an die Literatur zu intersektoralen Netzwerken an, insbesondere an Acemoglu et al. (2012), die die Rolle der intersektoralen Struktur bei der Bestimmung der Ausbreitung idiosynkratischer Schocks hervorheben.

Sie verwendet und adaptiert ein Modell von Rubbo (2023) zu Netzwerken, Phillips-Kurven und Geldpolitik.

Theorie mit praktischem Echo

Die Studie liefert wichtige theoretische Einblicke in die Komplexität der Schockausbreitung in vernetzten Ökonomien.

Obwohl sie sich auf 'Eckfälle' konzentriert, bestätigt sie die Relevanz intersektoraler Strukturen für makroökonomische Reaktionen.

Für die praktische Politikgestaltung sind die Ergebnisse jedoch noch abstrakt und erfordern weitere empirische Überprüfung, um konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.