G-SIB-Kapitalregeln: Wenig Wirkung gegen 'braune' Kredite
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G-SIB-Kapitalregeln: Wenig Wirkung gegen 'braune' Kredite

Eine neue Studie der russischen Zentralbank (CBR) zeigt: Die Kapitalregulierung für global systemrelevante Banken (G-SIBs) ist nur begrenzt wirksam, um die Vergabe von Krediten an umweltschädliche Industrien ('braune' Kredite) zu reduzieren.

Kapitalpuffer und Klimaziele: Eine Diskrepanz

Die Untersuchung der CBR beleuchtet die Effizienz der G-SIB-Kapitalvorschriften im Kontext der Klimafinanzierung.

Sie kommt zu dem Schluss, dass die primär auf Finanzstabilität und Systemrisikoreduzierung ausgelegten Kapitalzuschläge für G-SIBs keine signifikanten Anreize schaffen, um Banken von der Finanzierung kohlenstoffintensiver Sektoren abzuhalten.

Die Studie argumentiert, dass die derzeitigen regulatorischen Rahmenbedingungen die externen Kosten von 'braunen' Krediten nicht ausreichend internalisieren.

Dies führt dazu, dass Banken ihre Kreditportfolios nicht aktiv in Richtung umweltfreundlicherer Projekte umschichten, selbst wenn sie strengeren Kapitalanforderungen unterliegen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die reine Erhöhung von Kapitalpuffern ohne spezifische grüne oder braune Risikogewichte nur eine begrenzte Lenkungswirkung auf die Kreditvergabe hat.

Klimarisiken im Fokus der Finanzaufsicht

Die Relevanz der Studie liegt in der wachsenden Bedeutung von Klimarisiken für die Finanzstabilität und der Rolle von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden.

Weltweit wird diskutiert, wie Finanzsysteme widerstandsfähiger gegenüber klimabedingten Schocks gemacht und gleichzeitig der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft gefördert werden kann.

'Braune'

Kredite, die Industrien mit hohem CO2-Ausstoß finanzieren, stellen dabei ein potenzielles Risiko dar, sowohl durch physische Risiken als auch durch Übergangsrisiken.

Die Studie der CBR trägt zur Debatte bei, indem sie aufzeigt, dass allgemeine prudenzielle Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um spezifische Umweltziele zu erreichen.

Es bedarf gezielterer Instrumente, um die Kreditströme effektiv zu 'grünen'.

Ein Weckruf für grüne Regulierung

Diese Analyse ist ein wichtiger Beitrag zur laufenden Diskussion über die Integration von Klimaaspekten in die Finanzregulierung.

Sie unterstreicht, dass die bestehenden G-SIB-Regeln, obwohl sie die Stabilität fördern, nicht als Allheilmittel für die Lenkung von Kapitalströmen in nachhaltige Sektoren dienen können.

Regulierungsbehörden müssen daher spezifische, auf Klimarisiken zugeschnittene Maßnahmen entwickeln, um eine effektive Transformation des Finanzsektors zu gewährleisten.