G-SIB-Kapitalpuffer: Senkung erhöht braune Kreditvergabe
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G-SIB-Kapitalpuffer: Senkung erhöht braune Kreditvergabe

Paradoxe Wirkung: Eine Studie der Zentralbank Russlands (CBR) zeigt, dass sinkende Kapitalpuffer für globale systemrelevante Banken (G-SIBs) die Vergabe 'brauner' Kredite steigern. Erhöhungen der Puffer reduzieren diese jedoch nicht.

Asymmetrische Wirkung auf Klimaziele

Eine Studie von Genrikh Penikas (CBR) enthüllt eine systematische Asymmetrie in der Reaktion globaler systemrelevanter Banken (G-SIBs) auf Änderungen ihrer Kapitalpuffer bezüglich 'brauner' Kredite (Darlehen an umweltschädliche Aktivitäten).

Obwohl seit 2019 ein allgemeiner Rückgang brauner Kreditvergabe zu beobachten ist, reagieren Banken stärker auf eine Lockerung der Kapitalanforderungen als auf eine Verschärfung.

Eine Senkung der G-SIB-Kapitalpuffer führt zu einem Anstieg der braunen Kreditvergabe, während eine Erhöhung der Puffer diese statistisch nicht signifikant reduziert.

Dies bedeutet, dass Entscheidungen im Rahmen der Bankenregulierung, wie die Reduzierung eines G-SIB-Kapitalpuffers aufgrund geringerer Systemrelevanz, unbeabsichtigt die Erreichung von Klimazielen erschweren können.

Die Studie schätzt, dass eine Reduzierung der G-SIB-Kapitalpuffer zu einem zusätzlichen Volumen brauner Kredite führte, das bis Ende 2022 bis zu 20 % des gesamten Portfolios ausmachte.

Dies verdeutlicht einen potenziellen Konflikt zwischen Finanzstabilitätsregulierung und Umweltzielen.

Das Paradox der Bankenregulierung

Die Studie beleuchtet eine bisher wenig beachtete Interaktion zwischen Bankenregulierung und Klimazielen.

Obwohl der Jahresbericht der BIZ 2023 den Fokus der Zentralbanken von Klimarisiken auf Künstliche Intelligenz verschiebt, bleibt die Relevanz der Klimarisiken bestehen.

Die Autoren zeigen am Beispiel von Citibank und J.P. Morgan zwei Arten von Asymmetrie: Erstens ist die Reaktion auf eine Lockerung der Kapitalanforderungen (Senkung des Puffers) viel stärker ausgeprägt als auf eine Verschärfung.

Zweitens erfolgt die Reaktion auf eine Lockerung meist ohne Verzögerung, während eine Verschärfung mit etwa einem Jahr Verzögerung wirkt.

Dies deutet darauf hin, dass der potenzielle Effekt der Bankenregulierung zur Eindämmung brauner Kreditvergabe begrenzt ist, da ein Verdrängungseffekt durch andere Banken oder Schattenkredite auftreten kann.

Re­gu­lie­rungs­di­lem­ma für Klimaziele

Diese Forschung legt offen, dass die Regulierung globaler systemrelevanter Banken unbeabsichtigte negative Auswirkungen auf die Klimaziele haben kann.

Wenn Kapitalpuffer aus Gründen der Finanzstabilität gesenkt werden, kann dies paradoxerweise die Vergabe umweltschädlicher Kredite fördern.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Klimaüberlegungen stärker in die Gestaltung der Finanzmarktregulierung zu integrieren, um Zielkonflikte zu vermeiden.