Geldmärkte entspannen sich, bleiben aber straff
Die geldpolitischen Bedingungen in Russland haben sich im April und Mai 2026 gelockert, bleiben aber insgesamt straff. Die Marktzinsen passten sich der Zinssenkung der Zentralbank vom April an.
Zinsanpassung nach April-Senkung
Die geldpolitischen Bedingungen in Russland zeigten im April und Mai 2026 eine Tendenz zur Lockerung, blieben jedoch insgesamt straff.
Die Zentralbank Russlands (CBR) hielt ihren Leitzins im Mai bei 14,50 Prozent, nachdem sie ihn am 24. April um 50 Basispunkte gesenkt hatte.
Die RUONIA-Rate sank im Mai auf durchschnittlich 14,18 Prozent, ein Rückgang um 46 Basispunkte gegenüber April.
Auch die Renditen am Geldmarkt und bei Unternehmensanleihen gingen im Mai zurück.
Die Renditen von Staatsanleihen (OFZ) zeigten ein gemischtes Bild: Kurzfristige Renditen sanken, während langfristige leicht anstiegen.
Das Kreditwachstum an die Wirtschaft und die Geldmenge (M2X) beschleunigten sich im April auf 12,5 Prozent im Jahresvergleich und lagen im Mai vorläufig bei 13,2 Prozent.
Die CBR prognostiziert für 2026 eine durchschnittliche Leitzinsspanne von 14,0–14,5 Prozent und eine Inflationsrate von 4,5–5,5 Prozent.
Zinskanäle und Liquiditätssteuerung
Der Transmissionsmechanismus der Geldpolitik beschreibt, wie die Zentralbank über Zinsen, Kreditvergabe, Vermögenswerte und den Wechselkurs die Nachfrage und damit die Inflation beeinflusst.
Die Schlüsselrolle spielen dabei die Zinsen und Renditen in den verschiedenen Marktsegmenten.
Die CBR präzisierte ihre Ansätze für Feinsteuerungsauktionen seit dem 13. Mai, um die Effizienz der operativen Verfahren zu erhöhen und die Abweichung der RUONIA-Sätze vom Leitzins zu verringern.
Die Liquiditätsbedürfnisse der Banken stiegen im Mai leicht auf 4,1 Billionen Rubel, beeinflusst durch einen Anstieg des Bargeldumlaufs um 0,4 Billionen Rubel.
Die Kurve der ROISfix-Zinsswaps sank im Mai über die gesamte Laufzeit, am stärksten jedoch am kurzen Ende, was die Erwartung weiterer, wenn auch weniger aggressiver, Zinssenkungen widerspiegelt.
Straffe Bedingungen bleiben Herausforderung
Die leichte Entspannung der geldpolitischen Bedingungen ist ein positives Signal, doch die anhaltende Straffheit deutet auf bestehende Inflationsrisiken hin.
Die uneinheitliche Entwicklung der Staatsanleiherenditen unterstreicht die Notwendigkeit eines vorsichtigen und datenabhängigen Vorgehens der Zentralbank.
Für die Realwirtschaft bleiben die Kreditkosten trotz jüngster Anpassungen auf absehbare Zeit hoch.