Geschäftsklima-Index Russlands bei 1,7 Punkten
Der Geschäftsklima-Index der russischen Zentralbank (BCI) ist im Mai auf 1,7 Punkte gesunken, nach 2,1 Punkten im April. Ursache sind moderatere Erwartungen bei Produktion und Nachfrage der Unternehmen.
Nachfrage und Produktion bremsen Geschäftsklima
Der Geschäftsklima-Index der Bank von Russland (BCI) sank im Mai auf 1,7 Punkte (April: 2,1 Punkte), primär aufgrund gedämpfterer Erwartungen bei Produktion und Nachfrage.
Die BCI-Dynamik variiert branchenübergreifend erheblich.
Erfreulich ist der vierte monatliche Rückgang der Preiserwartungen, die nun unter dem Niveau von 2024–2025 liegen.
Die von Unternehmen erwartete Inflation für die nächsten drei Monate (annualisiert) fiel von 4,5 Prozent im April auf 3,4 Prozent im Mai.
Die Investitionstätigkeit der Unternehmen ging im ersten Quartal 2026 zurück; die Erwartungen für das zweite Quartal sind die schwächsten seit dem vierten Quartal 2019.
Der Personalmangel nahm im ersten Quartal 2026 zwar ab, die Personalbestände bleiben jedoch im Vergleich zu vor 2022 extrem niedrig.
Die Rekrutierungserwartungen für das zweite Quartal 2026 sind die moderatesten seit dem dritten Quartal 2020, bleiben aber positiv.
Die Umfrage umfasste 15.500 nicht-finanzielle Unternehmen.
Ein Blick hinter die Kulissen der Umfrage
Die Bank von Russland führt seit über 25 Jahren regelmäßig Umfragen bei nicht-finanziellen Unternehmen durch, das sogenannte 'Monitoring of Businesses'.
Dieses basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von durchschnittlich 15.000 Unternehmen monatlich.
Die Befragten geben eine qualitative Einschätzung der aktuellen und erwarteten Veränderungen ihrer Geschäftsaktivität ab, basierend auf Indikatoren wie Produktion, Nachfrage und Preise.
Die Daten werden innerhalb von sieben bis zehn Werktagen gesammelt, was eine schnelle Berechnung analytischer Indikatoren vor der Veröffentlichung offizieller Statistiken ermöglicht.
Die Einbeziehung von Erwartungen in die Berechnung verleiht den Indikatoren einen vorausschauenden Charakter.
Die Ergebnisse fließen in die geldpolitischen Entscheidungen der Bank von Russland ein, um Inflation zu analysieren und wichtige Wirtschaftstrends zu identifizieren.
Abkühlung mit strukturellen Sorgen
Die Daten signalisieren eine spürbare Abkühlung der russischen Wirtschaft, insbesondere bei Investitionen und Zukunftserwartungen.
Während sinkende Preis- und Inflationserwartungen der Zentralbank entgegenkommen dürften, bleiben die extrem niedrigen Personalbestände ein strukturelles Problem.
Dies deutet auf eine fragile Balance hin, bei der die geldpolitische Straffung zwar wirkt, aber auch Wachstumspotenziale begrenzt.
Quelle: 'Monitoring of Businesses' No. 5 (49) • May 2026
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