Cyberangriffe im Finanzsektor 2025: Dienstleister und Software-Lücken im Fokus
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Cyberangriffe im Finanzsektor 2025: Dienstleister und Software-Lücken im Fokus

Der Bericht der russischen Zentralbank (CBR) analysiert die Haupttypen von Cyberangriffen im Finanzsektor im Jahr 2025. Besonders im Fokus stehen Angriffe über Dienstleister und Software-Schwachstellen.

Malware dominiert, RaaS auf dem Vormarsch

Im Jahr 2025 wurden 38.418 Phishing-Websites entdeckt und 761 operative Vorfälle registriert.

Die Analyse der Cyberangriffe zeigt eine Dominanz von Malware mit 54 Prozent, gefolgt von Denial-of-Service (DoS)-Attacken (28 Prozent) und E-Mail-Phishing (13 Prozent).

Bei den Cybersecurity-Vorfällen führten Malware-Infektionen mit 38 Prozent, Infrastrukturverschlüsselung mit 27 Prozent und unautorisierte Zugriffe mit 14 Prozent.

Kreditinstitute waren mit 98 Prozent die häufigsten Opfer.

Unter den verwendeten Malware-Typen waren Trojaner (27 Prozent), Backdoors (25 Prozent) und Infostealer (24 Prozent) am weitesten verbreitet.

Ein wachsender Trend ist die Zunahme von Ransomware-as-a-Service (RaaS)-Angriffen und die gezielte Ausrichtung auf kleine und mittlere IT-Dienstleister, um Zugang zu größeren Organisationen zu erlangen.

Dienstleister und Software-Lücken als Einfallstore

Dienstleister und Software-Schwachstellen bildeten 2025 die primären Angriffsvektoren.

Die Zahl der Attacken auf IT-Dienstleister, Kommunikationsanbieter und Rechenzentren stieg deutlich an, wodurch Finanzinstitute über ihre Lieferketten verwundbar wurden.

Die CBR empfiehlt die Anpassung von Risikomanagement und Vertragsbedingungen.

Software-Schwachstellen, insbesondere ältere Bitrix-Lücken, blieben ein kritischer Einfallsweg.

Die globalen CVE-Registrierungen stiegen 2025 um 20 Prozent auf über 48.000, wobei Microsoft-Produkte (63 Prozent) und Archivierungssoftware (31 Prozent) am häufigsten betroffen waren.

Die Zeit bis zur Ausnutzung von Zero-Day-Lücken verkürzte sich auf unter 24 Stunden.

Angreifer werden schneller und zielgerichteter

Die Analyse der CBR offenbart eine alarmierende Professionalisierung der Cyberkriminalität im Finanzsektor.

Die Verlagerung auf Dienstleister und die rasante Ausnutzung von Zero-Day-Lücken erhöhen den Druck auf Finanzinstitute erheblich.

Dies erfordert eine proaktive und kollaborative Verteidigungsstrategie, die über die eigenen Infrastrukturen hinausgeht.