Produktivität russischer Firmen 2018-2023: Effizienz statt Technik
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Produktivität russischer Firmen 2018-2023: Effizienz statt Technik

Eine Studie der CBR-Ökonomen Evguenia Bessonova und Stepan Novikov analysiert die totale Faktorproduktivität (TFP) russischer Unternehmen von 2018 bis 2023. Das kumulative TFP-Wachstum betrug 5 Prozent, getrieben hauptsächlich durch Effizienzänderungen statt technologischen Fortschritt.

Effizienz treibt TFP, Technik stagniert

Die totale Faktorproduktivität (TFP) russischer Unternehmen schwankte zwischen 2018 und 2023 jährlich zwischen -2,4 und 3,9 Prozent, was einem kumulativen Wachstum von etwa 5 Prozent über sechs Jahre entspricht.

Diese Fluktuationen, insbesondere während der COVID-19-Pandemie 2020 und der Sanktionsschocks 2022, resultierten primär aus Änderungen der Effizienz der Firmen im Verhältnis zur branchenweiten Bestpraxis.

Der technologische Fortschritt, gemessen an der Expansion der Produktivitätsgrenze, blieb hingegen bescheiden und stabil.

Während das TFP-Wachstum 2020 insgesamt positiv war, schrumpften kontaktintensive Dienstleistungen stark.

2021 führten Störungen der Lieferketten zu einem Rückgang im Großhandel und Transport.

2022 verzeichneten fast alle Sektoren negatives Wachstum, außer dem beschleunigten verarbeitenden Gewerbe.

Die meisten Sektoren erholten sich 2023 stark, mit Ausnahme des Groß- und Einzelhandels.

Han­del­s­in­te­gra­ti­on und struktureller Wandel

Die Studie nutzte die stochastische Frontier-Analyse (SFA) mit firmenspezifischen Daten von rund 120.000 Unternehmen aus dem SPARK-Datensatz, aufgeteilt in 198 eng definierte Branchen.

Sie zeigt, dass Exporteure 2021–2022 am stärksten betroffen waren, während Importeure, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, ein stabiles oder sogar beschleunigtes TFP-Wachstum aufwiesen.

Nicht-Handel treibende Sektoren stagnierten weitgehend.

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Ergebnisse durch den Ausschluss kleiner und mittlerer Unternehmen sowie sanktionierter Großunternehmen beeinflusst sein könnten.

Die Erholung 2023 könnte zudem durch intensivere Ressourcennutzung und erhöhte Staatsausgaben verzerrt sein.

Resilienz mit Fragezeichen

Die Studie belegt die Resilienz russischer Firmen gegenüber Schocks, doch die Treiber der Erholung 2023, wie Staatsausgaben und Ressourcenintensivierung, sind kritisch zu hinterfragen.

Sektorale Divergenzen, etwa im verarbeitenden Gewerbe versus Handel, zeigen die hohen Transformationskosten.

Echtes Produktivitätswachstum erfordert technologischen Fortschritt und globalen Marktzugang.