Russland senkt Leitzins auf 14,25 Prozent; Risiken steigen
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Russland senkt Leitzins auf 14,25 Prozent; Risiken steigen

Die russische Zentralbank (CBR) hat den Leitzins auf 14,25 Prozent gesenkt. Gouverneurin Elvira Nabiullina warnte jedoch vor deutlich gestiegenen proinflationären Risiken durch expansive Fiskalpolitik und beschleunigtes Kreditwachstum.

Nabiullina warnt vor Inflationsrisiken

Die russische Zentralbank (CBR) hat den Leitzins auf 14,25 Prozent gesenkt.

Gouverneurin Elvira Nabiullina betonte, der aktuelle Preisauftrieb habe sich in den letzten Monaten erheblich verlangsamt, hauptsächlich aufgrund von Einmaleffekten.

Die zugrunde liegende Inflation sei jedoch weniger stark gesunken und liege annualisiert weiterhin bei 4–5 Prozent.

Inflationserwartungen von Unternehmen und Haushalten sind zwar gesunken, bleiben aber erhöht.

Nabiullina verwies auf gestiegene Treibstoffpreise und die Umkehr der Gemüsepreisentwicklung als neue proinflationäre Faktoren.

Zudem wird die jährliche Inflation in den kommenden Monaten durch eine Verschiebung der Indexierung von Wohn- und Nebenkosten von Juli auf Oktober temporär gedämpft.

Trotzdem sieht die CBR eine deutliche Zunahme proinflationärer Risiken, insbesondere durch eine expansivere Fiskalpolitik und ein beschleunigtes Kreditwachstum in den nächsten drei Jahren.

Dies erfordert eine vorsichtigere Geldpolitik als bisher angenommen.

Wirtschaft erholt sich, Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Die Wirtschaftsaktivität hat sich im zweiten Quartal 2026 wie erwartet verbessert, mit moderatem Wachstum der Güter- und Dienstleistungsproduktion im ersten Halbjahr.

Die Situation variiert jedoch stark zwischen den Branchen.

Während die staatliche Nachfrage beschleunigt wächst, nimmt der Spielraum für private Investitions- und Konsumnachfrage aufgrund begrenzter Ressourcen ab.

Die Konsumaktivität wächst moderat, gestützt durch Lohnwachstum, das sich jedoch etwas verlangsamt hat.

Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt lässt nur langsam nach, wobei der Arbeitskräftemangel in einigen Regionen nicht mehr abnimmt.

Ein nachhaltiger Rückgang des Kosten- und Preisdrucks erfordert eine weitere Verringerung der Kluft zwischen Lohnwachstum und Arbeitsproduktivität.

Vorsichtiger Schnitt mit klaren Warnungen

Das Gleichgewicht der Risiken hat sich weiter in Richtung proinflationärer Faktoren verschoben.

Die expansive Fiskalpolitik erfordert eine entsprechend straffere Geldpolitik, um eine Überhitzung der Nachfrage zu vermeiden und eine weitere Inflationswelle zu verhindern.

Künftige Zinsschritte sind nicht vorbestimmt, sondern datenabhängig und erfordern möglicherweise Pausen zur Analyse der Auswirkungen.