Europa schreitet voran: DLT-basierte Finanzinfrastruktur der Zukunft
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Europa schreitet voran: DLT-basierte Finanzinfrastruktur der Zukunft

Die Europäische Zentralbank arbeitet an einem digitalen Finanzökosystem auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Dänemark beteiligt sich über die Danmarks Nationalbank aktiv an der Entwicklung neuer Lösungen, die künftig auch Transaktionen in dänischen Kronen ermöglichen sollen.

Europäische Interbankenabwicklung mit neuer Technologie

Die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) gewinnt bei globalen Finanzinstituten an Bedeutung und hat das Potenzial, den Handel und die Abwicklung von Finanzanlagen zu verändern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) untersucht den Einsatz von DLT in Finanzmarktinfrastrukturen, wobei der Fokus auf der Abwicklung von Transaktionen zwischen Finanzinstituten in Zentralbankgeld liegt.

Ziel ist es, eine integrierte und effiziente europäische Infrastruktur zu schaffen, die Sicherheit, Stabilität und den Zugang zu Zentralbankgeld bei der Abwicklung systemischer Transaktionen gewährleistet.

Eine solche Infrastruktur soll die strategische Autonomie Europas durch einen wettbewerbsfähigen und resilienten DLT-basierten Markt stärken.

DLT verteilt die Datenbank, die Transaktionen und Vermögenswerte aufzeichnet, auf mehrere Teilnehmer statt auf eine zentrale Einheit.

Pontes und Appia: Zwei Säulen der Entwicklung

Kurzfristig wird die Lösung Pontes entwickelt, die eine Verbindung zwischen markteigenen DLT-Plattformen für tokenisierte Finanzanlagen und den TARGET Services des Eurosystems herstellt.

Dies ermöglicht dem Finanzsektor die Entwicklung und Skalierung von DLT-Lösungen mit Zugang zur Abwicklung in Zentralbankgeld.

Der Start von Pontes wird für das dritte Quartal 2026 erwartet und soll schrittweise um neue Funktionalitäten, einschließlich der Anbindung dänischer Kronen, erweitert werden.

Parallel dazu wird im Rahmen der Appia-Initiative an einem längerfristigen DLT-basierten Ökosystem für Finanzmärkte gearbeitet.

Appia soll bis 2028 einen Entwurf mit konkreten Designs für ein effizientes tokenisiertes Ökosystem und innovative Marktstrukturen vorlegen und die Rolle des Eurosystems in einer zukünftigen EU-Kapitalmarktinfrastruktur definieren.

Das Projekt deckt den Euro und andere Währungen ab, die von den jeweiligen Zentralbanken in TARGET verfügbar gemacht werden, darunter auch die dänische Krone.

Potenzial und Unsicherheit für Dänemark

Die raschen Fortschritte in Tokenisierung und DLT versprechen effizientere und integriertere Finanzmärkte sowie mehr Flexibilität bei der Nutzung von Sicherheiten.

Für Dänemark ist die Möglichkeit, DLT-basierte Transaktionen in dänischen Kronen mit Zentralbankgeld abzuwickeln, von zentraler Bedeutung für die Stabilität des Finanzsystems.

Trotz des erheblichen Potenzials bleiben jedoch Unsicherheiten hinsichtlich der technologischen Entwicklung, des Implementierungstempos und des endgültigen Designs der zukünftigen Lösungen bestehen.