Dänemark: Ausländer verstärkt in Wissensberufen
Ausländische Arbeitskräfte spielen eine immer wichtigere Rolle in der dänischen Wirtschaft und besetzen zunehmend wissensintensive Positionen. Modellrechnungen der Dänischen Nationalbank zeigen, dass sie konjunkturell reagieren und Lohninflation dämpfen können.
Wandel in der Arbeitslandschaft
Die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte für den dänischen Arbeitsmarkt hat in den letzten drei Jahrzehnten erheblich zugenommen.
Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung stieg von 3 Prozent in den frühen 1990er Jahren auf 14 Prozent im Jahr 2024.
Etwa die Hälfte dieser ausländischen Beschäftigten lebt seit weniger als zehn Jahren in Dänemark.
Historisch waren sie vorwiegend in geringer bezahlten Dienstleistungsberufen mit manuellen Tätigkeiten tätig.
Aktuell jedoch werden ausländische Fachkräfte zunehmend in höher bezahlten und wissensintensiven Positionen eingesetzt.
Dies ist ein Trend, der in Dänemark stärker ausgeprägt ist als im EU-Durchschnitt.
Die dänische Wirtschaft hat sich insgesamt stärker hin zu wissensintensiven Branchen entwickelt, was diesen Wandel begünstigt.
Konjunktursensibel und stabilisierend
Die Dänische Nationalbank analysiert die konjunkturelle Sensibilität ausländischer Arbeitskräfte mittels eines ökonometrischen Modells.
Die Schätzungen zeigen, dass die Zahl der Ausländer in Dänemark steigt, wenn die Reallöhne im Vergleich zur EU zunehmen und die Arbeitslosigkeit sinkt.
Dieser Zustrom ausländischer Arbeitskräfte kann dazu beitragen, Schwankungen im Lohn- und Preisdruck abzufedern.
Die Zusammensetzung der ausländischen Arbeitskräfte in Dänemark unterscheidet sich von der EU: Sie sind jünger, häufiger hochgebildet und vermehrt in wissensintensiven Berufen sowie im Wohlfahrtssektor beschäftigt.
Zudem ist der Anteil von Arbeitskräften aus EU-Ländern höher als der aus Drittstaaten.
Ein Gewinn für Dänemarks Wirtschaft
Die Analyse unterstreicht die wachsende Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte als integralen Bestandteil der dänischen Wirtschaft.
Ihre zunehmende Integration in wissensintensive Sektoren und ihre konjunkturelle Flexibilität sind entscheidend für die Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes.
Dies trägt nicht nur zur Fachkräftesicherung bei, sondern wirkt auch als Puffer gegen inflationäre Tendenzen, was Dänemarks Wettbewerbsfähigkeit stärkt.