Globale Ungleichgewichte bergen neue Finanzrisiken
DKNB Paper Read in English

Globale Ungleichgewichte bergen neue Finanzrisiken

Globale Ungleichgewichte in Handel und Kapitalflüssen bestehen seit 30 Jahren und weiten sich wieder aus. Eine Studie der Danmarks Nationalbank analysiert die Risiken für die Finanzstabilität, insbesondere durch den Wandel von offiziellen zu privaten Ersparnissen.

Wandel der Sparmuster birgt neue Risiken

Globale Ungleichgewichte in Handel und Kapitalflüssen sind seit 30 Jahren ein persistentes Merkmal des internationalen Finanzsystems.

Die USA und Großbritannien verzeichnen kontinuierlich Leistungsbilanzdefizite, während Ölexporteure, China, Japan und neuerdings auch der Euroraum Überschüsse aufweisen.

Nach einer Verringerung nach der globalen Finanzkrise (GFC) weiten sich diese Ungleichgewichte in den letzten Jahren wieder moderat aus.

Ein entscheidender Wandel liegt im Ursprung der Ersparnisse: Vor der GFC trugen offizielle Ersparnisse (Devisenreserven, Staatsfonds) in Überschussländern maßgeblich bei.

Heute treiben private Ersparnisse die Überschüsse an, während Defizitländer mit steigender Staatsverschuldung konfrontiert sind.

Diese Rotation von offiziellen zu privaten Ersparnissen, die zunehmend über Nichtbanken-Finanzintermediäre (NBFIs) abgewickelt wird, führt zu einer höheren Nachfrage nach risikoreichen Anlagen.

NBFIs und die Suche nach Rendite

Der Übergang von offiziellen zu privaten Ersparnissen hat die Dynamik der Kapitalflüsse verändert.

Während offizielle Ersparnisse vor der GFC primär in sichere US-Anlagen wie Treasuries investiert wurden, dominieren heute NBFIs die grenzüberschreitende Intermediation privater Gelder.

Diese Akteure, darunter Investment- und Hedgefonds, verfolgen Rendite- und Risikoziele, was zu einer erhöhten Nachfrage nach risikoreichen Anlagen führt.

Dies trägt zu einer Kompression der Risikoprämien bei und fördert eine höhere Risikobereitschaft.

Die Studie warnt vor aufkommenden Schwachstellen wie Konzentrationsrisiken und überzogenen Bewertungen in Tech-Assets.

Die Netto-Auslandsvermögenspositionen wachsen weiter, wobei die USA ein immer größerer Schuldner werden.

Alte Probleme, neue Dimension

Die Studie der Danmarks Nationalbank beleuchtet eine kritische Evolution globaler Ungleichgewichte.

Der Wandel von staatlich gelenkten zu privatwirtschaftlich getriebenen Kapitalflüssen verschiebt die Risiken von der Bilanz der Zentralbanken in den Schattenbankensektor.

Dies erfordert eine dringende Anpassung der Finanzmarktregulierung und eine Stärkung der fiskalischen Nachhaltigkeit, um systemische Schocks zu vermeiden.

Quelle: Global imbalances – should we be concerned?

IN: