DNB warnt: Verteidigungsausgaben erfordern Priorisierung bei Staatsfinanzen
DNB-Gouverneur Christian Kettel Thomsen warnte am 15. Januar 2026, dass die Ausweitung der Militärkapazitäten langfristig Priorisierungen in den Staatsfinanzen erfordern wird. Er mahnte zur Vorsicht bei der Nutzung des fiskalischen Spielraums.
Militärausbau erzwingt Prioritäten
Dänemarks solide Staatsfinanzen waren in den letzten turbulenten Jahren – geprägt von globaler Unsicherheit, Inflation und Energiekrise – ein großer Vorteil.
Dies ermöglichte es dem Land, neue Aufgaben zu priorisieren, ohne andere Bereiche zu vernachlässigen, wie DNB-Gouverneur Christian Kettel Thomsen in seiner Rede betonte.
Allerdings stellt die geplante und notwendige Ausweitung der militärischen Kapazitäten eine enorme Aufgabe dar, die über einen längeren Zeitraum hinweg dauerhafte und substanzielle Ausgaben erfordert.
Kettel Thomsen wies darauf hin, dass diese erheblichen Verteidigungsausgaben früher oder später unausweichlich Auswirkungen auf die Prioritäten in anderen Bereichen der öffentlichen Finanzen haben werden.
Dies gelte selbst dann, wenn der fiskalische Spielraum derzeit größer erscheint als in der Vergangenheit.
Die Notwendigkeit, Ressourcen für den Verteidigungssektor zu binden, wird zu einer Neubewertung und potenziellen Anpassungen in anderen staatlichen Aufgabenfeldern führen.
Fiskalischer Spielraum: Keine Garantie
Christian Kettel Thomsen warnte davor, sich beim Einsatz des fiskalischen Spielraums für höhere Staatsausgaben zu übermütig zu zeigen.
Er betonte, dass dieser Spielraum lediglich eine Schätzung sei, die auf einer Projektion der dänischen Wirtschaft basiere.
Diese Projektion wiederum beruhe auf einer Reihe unsicherer Annahmen, was die Prognose anfällig mache.
Dies bedeute, dass es jederzeit zu Abwärtskorrekturen kommen könne und neue, noch unbekannte Krisen auftreten könnten, wie die jüngsten Erfahrungen mit der globalen Pandemie und Russlands Krieg in der Ukraine gezeigt hätten.
Daher sei es entscheidend, nicht übermäßig selbstbewusst mit der Nutzung dieses Spielraums umzugehen und stets eine Pufferzone für unvorhergesehene Ereignisse zu bewahren.
Glaubwürdigkeit in Gefahr
Dänemark als kleine, offene Volkswirtschaft ist stark von der Glaubwürdigkeit seiner soliden Staatsfinanzen abhängig, die über viele Jahre hinweg mühsam aufgebaut wurde.
Die aktuellen politischen Absichten, zusätzliche öffentliche Ausgaben zu priorisieren und gleichzeitig neue Initiativen zu starten, die Einnahmen reduzieren, sind daher besorgniserregend.
Dies könnte die hart erarbeitete fiskalische Reputation des Landes untergraben und langfristige Risiken für die wirtschaftliche Stabilität schaffen.