Dollar-Dominanz birgt Risiken für Europas Finanzmärkte
Danmarks Nationalbank Gouverneurin Signe Krogstrup warnt vor wachsenden Risiken durch die Dominanz des US-Dollars in europäischen Finanzmärkten. Trotzdem bleibt der Euro eine weit abgeschlagene zweite Währung.
Europas Finanzmärkte im Dollar-Schatten
Danmarks Nationalbank Gouverneurin Signe Krogstrup warnte auf der CEBRA-Jahrestagung vor wachsenden Risiken durch die Dominanz des US-Dollars in europäischen Finanzmärkten.
Große USD-Portfolios und die Abhängigkeit von USD-Finanzierungen bergen ein erhebliches Finanzstabilitätsrisiko.
Eine Diversifizierung könnte diese Risiken mindern, doch der Euro bleibt eine weit abgeschlagene zweite Währung.
Daten für 2025Q4 und April 2025 belegen dies in wichtigen globalen Marktsegmenten.
Gründe für das Zurückbleiben des Euros sind vielfältig: Starke Netzwerkeffekte, die Liquidität im US-Staatsanleihenmarkt und das Safe-Haven-Verhalten des US-Dollars spielen eine Rolle.
Zudem gibt es ein unzureichendes Angebot an hochliquiden, auf Euro lautenden sicheren Vermögenswerten und einen Mangel an tiefen, integrierten Kapitalmärkten.
Europas Produktivitätsherausforderung und geringere Renditen von Euro-Anlagen im Vergleich zu US-Dollar-Anlagen tragen ebenfalls dazu bei.
Zarte Euro-Signale und offene Baustellen
Jüngste Entwicklungen stützen eine stärkere Rolle des Euros.
Die Emission internationaler Schuldtitel in Euro stieg 2025 um rund 30 Prozent auf den höchsten Stand seit Einführung des Euros, getrieben durch Unternehmensanleihen.
Auch Anzeichen für ein Safe-Haven-Verhalten des Euros bei Risikoereignissen und eine gestiegene Convenience Yield 2025 sind erkennbar.
Bei grenzüberschreitenden Zahlungen ist das Urteil noch offen.
Die europäische Infrastruktur entwickelt sich schnell (z.B. TIPS X-CCY), doch USD-Stablecoins wachsen und könnten die Nachfrage nach dem US-Dollar beeinflussen.
Die aktuelle politische Agenda in Europa, wie die Vollendung der Spar- und Investitionsunion, die Stärkung des Binnenmarktes und der Ausbau sicherer Vermögenswerte, kann die internationale Rolle des Euros langfristig stärken.
Kein Silberstreif am Horizont
Trotz aller Bemühungen und zarter positiver Signale bleibt der Weg zur Stärkung des Euros steinig.
Die strukturellen Herausforderungen, insbesondere das mangelnde Angebot an sicheren Euro-Vermögenswerten und fragmentierte Kapitalmärkte, sind tiefgreifend.
Ohne eine 'Silberkugel' und angesichts der anhaltenden Dominanz des US-Dollars wird der Euro auf absehbare Zeit eine sekundäre Rolle spielen.