Nødgaard: Souveränität und Resilienz digitaler Zahlungen
Ulrik Nødgaard, Gouverneur der Danmarks Nationalbank, sprach auf dem Point Zero Forum 2026 über Souveränität und Resilienz im digitalen Zahlungsverkehr. Er betonte die Rolle der Zentralbanken bei der Sicherstellung robuster Zahlungssysteme.
Dänemarks digitale Zahlungswelt: Resilienz durch Vielfalt
In Dänemark erfolgen 91 Prozent der gesamten Einnahmen in physischen Geschäften über digitale Zahlungen.
Das nationale Kartensystem Dankort trägt als unabhängiges und weit verbreitetes System wesentlich zur Resilienz bei.
Im Falle operativer Störungen eines Kartensystems können weiterhin Karten anderer Schemata genutzt werden.
Zudem können Bürger in über 2.000 Geschäften landesweit Offline-Kartenzahlungen mit Dankort, Mastercard oder Visa tätigen, sowohl mit physischen Karten als auch Wallets.
Apotheken sollen ab September 2026 hinzukommen, um die Grundversorgung für mindestens eine Woche zu sichern.
Instant Payments mittels Konto-zu-Konto-Überweisungen dienen als alternative Infrastruktur zu kartenbasierten Zahlungen.
Eine breitere Einführung im Einzelhandel würde die Resilienz weiter erhöhen, insbesondere durch den Einsatz von NFC-Technologie und verbesserter Interoperabilität, beispielsweise durch Initiativen wie EuroPA.
Ein disruptives Ereignis am 21. Mai 2026 zeigte, wie Instant Payments die kartenbasierte Infrastruktur ergänzen können, indem sie bei Ausfällen eine funktionierende Alternative bieten.
Jenseits von Bargeld: Stablecoins und DLT
Neue Geldformen wie Stablecoins werden derzeit hauptsächlich für den Handel mit Krypto-Assets genutzt.
Sie könnten jedoch im Zuge einer zunehmend tokenisierten Wirtschaft breitere Funktionen übernehmen, etwa im B2B-Bereich und bei grenzüberschreitenden Transaktionen.
Bankgesteuerte Initiativen wie Qivalis in der EU könnten die Ausgabe und Akzeptanz von Euro-Stablecoins fördern.
Für den dänischen Einzelhandel erscheinen Stablecoins angesichts der gut funktionierenden bestehenden Lösungen jedoch unwahrscheinlich.
Zentralbanken streben danach, resiliente und zukunftssichere Infrastrukturen bereitzustellen.
Dazu gehört die Migration der Kerninfrastruktur zu T2S und die Erforschung neuer DLT-basierter Infrastrukturen in Zusammenarbeit mit der EZB.
Projekte wie Pontes zielen darauf ab, DLT-Märkte mit der Zentralbank-Infrastruktur zu verknüpfen, mit einem erwarteten Start im dritten Quartal 2026.
Digitale Souveränität als Kernauftrag
Eine Retail-CBDC, wie der digitale Euro, kann die Resilienz und Souveränität im Zahlungsverkehr unterstützen.
Aus dänischer Sicht gibt es derzeit jedoch keinen klaren Anwendungsfall, da die bestehenden Zahlungslösungen gut funktionieren.
Unabhängig von neuen Zahlungsmitteln bleibt das Ziel, eine robuste und resiliente Wirtschaft in Dänemark zu gewährleisten, indem sichere und effiziente Zahlungen, Finanzstabilität und stabile Preise gesichert werden.