Studie: Misstrauen in EZB treibt Inflationserwartungen deutscher Firmen
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Studie: Misstrauen in EZB treibt In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen deutscher Firmen

Ein Working Paper der Danmarks Nationalbank zeigt: Steigende ausländische Staatsverschuldung erhöht die Inflationserwartungen deutscher Unternehmen signifikant. Dies geschieht, wenn Firmen der EZB misstrauen und eine akkommodierende Geldpolitik erwarten.

Misstrauen in EZB treibt In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen

Eine neue Studie der Danmarks Nationalbank enthüllt, dass Nachrichten über steigende ausländische Staatsverschuldung die Inflationserwartungen deutscher Unternehmen deutlich erhöhen.

Dieser Effekt tritt insbesondere bei Firmen auf, die der Europäischen Zentralbank (EZB) misstrauen und eine akkommodierende Geldpolitik erwarten.

Das Experiment mit deutschen Unternehmen zeigte, dass pessimistische Schuldennachrichten aus Frankreich, Italien und Spanien die Ein- und Dreijahres-Inflationserwartungen anheben, während kein Effekt auf Fünfjahres-Sicht feststellbar ist.

Im Gegensatz dazu haben Schocks durch deutsche Staatsverschuldung keinen vergleichbaren Einfluss.

Die Autoren schlussfolgern, dass Schulden inflationär werden, wenn Unternehmen erwarten, dass Zentralbanken eine schwache Fiskaldisziplin tolerieren.

Fiskalische Dominanz in der Währungsunion

Die Studie untersucht, wie Schuldennachrichten Inflationserwartungen in einer Währungsunion prägen.

Ein Fisherianisches Modell beleuchtet die Interaktion zwischen gemeinsamer Geldpolitik und nationaler fiskalischer Rückendeckung.

Im Experiment erhielten deutsche Firmen optimistische oder pessimistische Projektionen der Schuldenquoten Frankreichs, Italiens und Spaniens.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Schulden inflationär wirken, wenn Unternehmen unzureichende fiskalische Rückendeckung wahrnehmen und monetäre Akkommodierung erwarten.

Dies unterscheidet sich von einem Szenario, in dem fiskalische Anpassungen Schulden absorbieren und keine inflationären Effekte entstehen.

Ein Warnsignal für die EZB

Diese Studie offenbart eine kritische Schwachstelle für die Glaubwürdigkeit der EZB und ihr Inflationsziel.

Sie unterstreicht, dass die Wahrnehmung fiskalischer Disziplin und der Unabhängigkeit der Zentralbank entscheidend für die Verankerung von Erwartungen sind.

Für die EZB bedeutet dies, dass sie nicht nur auf Zahlen, sondern auch auf das Vertrauen der Akteure achten muss, um ihre Ziele zu erreichen.