Risikokunden-Migration: Dänische Banken vor Informationslücke
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Risikokunden-Migration: Dänische Banken vor Informationslücke

Dänische Banken wissen oft nichts über die Zahlungshistorie neuer Firmenkunden bei Vorbanken. Eine Studie der Danmarks Nationalbank zeigt, dass dies zu Risikokonzentration führen kann, auch wenn die Gefahr aktuell begrenzt ist.

Informationslücke birgt latentes Risiko

Wenn Banken Kredite vergeben, kennen sie oft die Zahlungshistorie von Kunden bei deren vorherigen Banken nicht.

Dieser Informationsmangel kann zu einem Risikoaufbau im Sektor führen, da kreditwürdigkeitsbeeinträchtigte Kunden zwischen Banken wechseln und so zusätzliche Kredite erhalten.

Zwischen 2022 und 2025 war die Kreditvergabe an Firmenkunden, die zuvor im Kreditregister als kreditwürdigkeitsbeeinträchtigt geführt wurden, begrenzt.

Aktuell stellt die Migration risikoreicher Firmenkunden zwischen Banken für sich genommen kein Risiko für die Finanzstabilität dar.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Migration risikoreicher Kunden zu einem erhöhten Risiko im Sektor führen kann, wenn die Kreditvergabe an diese Kunden einen größeren Anteil an der gesamten Kreditvergabe ausmacht.

Mittelgroße Banken übernehmen einen größeren Anteil risikoreicher Kunden von anderen Banken als große Institute.

Insgesamt belief sich die Kreditvergabe an solche Kunden zwischen 2022 und 2025 auf 3,4 Milliarden DKK, verglichen mit 1.087 Milliarden DKK an neuen Krediten insgesamt.

Historische Lehren und aktuelle Überwachung

Frühere Wirtschaftskrisen haben gezeigt, dass Firmenkunden von Banken eine Quelle erheblicher Verluste sein können.

Obwohl die Risiken, die mit der Migration von Firmenkunden zwischen Banken verbunden sind, derzeit als begrenzt eingeschätzt werden, sollten Banken sich bewusst sein, ob ein Kunde zuvor Anzeichen eines erhöhten Kreditrisikos gezeigt hat, wenn sie Kunden von anderen Banken übernehmen.

Die Danmarks Nationalbank berücksichtigt die Entwicklungen bei der Migration risikoreicher Firmenkunden zwischen Banken in ihrer laufenden Bewertung der Risiken im Finanzsektor.

Die Analyse basiert auf Daten des Kreditregisters für den Zeitraum 2022-2025 und identifiziert risikoreiche Kunden anhand von Risikokennzahlen wie der Stufenklassifizierung und der Ausfallwahrscheinlichkeit.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Diese Analyse beruhigt zwar hinsichtlich der aktuellen Stabilität, beleuchtet aber eine fundamentale Schwachstelle im Bankensystem.

Die mangelnde bankübergreifende Information über die Kredithistorie ist ein systemischer Fehler, der sich in einem wirtschaftlichen Abschwung leicht zu einem Problem entwickeln könnte.

Regulierungsbehörden und Banken müssen diese Datenlücke proaktiv schließen, um zukünftige Finanzinstabilität zu verhindern.

Quelle: Migration of risky corporate customers between banks

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