Produktivitätsstreuung: Marktsegmentierung verzerrt Fehlallokationsmaße
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Produktivitätsstreuung: Marktsegmentierung verzerrt Fehlallokationsmaße

Eine neue Studie der Danmarks Nationalbank zeigt: Branchenweite Messungen überschätzen das Ausmaß der Fehlallokation von Produktionsfaktoren erheblich. Die Berücksichtigung von Marktsegmentierung reduziert die Fehlallokationsschätzung um 27 bis 36 Prozentpunkte.

Industrie vs. Markt: Eine neue Perspektive auf Fehlallokation

Die Standardmethode zur Messung von Fehlallokation leitet diese aus der Streuung der Umsatzproduktivität (TFPR) unter Unternehmen derselben Branche ab.

Dieses Working Paper argumentiert, dass solche Streuungen nicht zwangsläufig auf Fehlallokation hindeuten, wenn sie aus der Tätigkeit von Unternehmen in unterschiedlichen Märkten resultieren.

Eine Umverteilung von Ressourcen über Märkte hinweg verbessert die Konsumentennutzen in einem Markt, reduziert ihn aber in einem anderen.

Dies stellt eine Bewegung entlang der Pareto-effizienten Grenze dar und nicht eine Effizienzsteigerung.

Der Autor entwickelt ein Modell mit heterogenen Unternehmen und mehreren Märkten innerhalb einer Branche, um zu zeigen, dass TFPR-Streuung innerhalb von Märkten Fehlallokation anzeigt, über Märkte hinweg jedoch nicht unbedingt.

Die Studie konzentriert sich auf die Transportbetonindustrie in Korea, wo geografische Marktsegmentierung die Abgrenzung von Märkten erleichtert.

Quantifizierung der Überschätzung

Die Analyse quantifiziert, inwieweit die branchenbasierten Messungen das Ausmaß der Fehlallokation überschätzen.

Es wird gezeigt, dass die TFPR-Streuung innerhalb einer Branche in eine marktinterne und eine marktexterne Komponente zerlegt werden kann.

Die marktexterne Komponente macht 42 Prozent der gesamten branchenweiten Streuung aus.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass branchenweite Messungen den Grad der Fehlallokation um 27 bis 36 Prozentpunkte überbewerten.

Während ein Teil dieser Differenz auf Stichprobenrauschen zurückzuführen ist, spielen marktspezifische Verzerrungen eine quantitativ signifikante Rolle.

Diese Ergebnisse sind robust gegenüber alternativen Stichproben, Marktdefinitionen und Annahmen über die Substitutionselastizität der Nachfrage.

Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Literatur über Markups und Fehlallokation, indem sie einen neuen Mechanismus für TFPR-Streuung aufzeigt, der nicht zwangsläufig auf Ineffizienz hindeutet.