Preise spiegeln Erwartungen: 43% Pass-Through künftiger Kosten
Eine neue Studie der Danmarks Nationalbank und der Federal Reserve Bank of Boston zeigt, dass US-Firmen Preise nicht nur an aktuelle, sondern auch an erwartete Kosten anpassen. 43 Prozent der künftigen Kosten werden in die heutigen Preise eingerechnet.
Aktuelle und künftige Kosten prägen Preise
Firmen passen Preise sowohl an realisierte als auch an erwartete Kosten an.
Eine neue Umfrage unter 500 bis 600 US-amerikanischen Klein- und Mittelbetrieben belegt dies.
Die Studie nutzt die wahrgenommene Zollempfindlichkeit aus den Handelspolitiken von 2025, um kausale Effekte zu identifizieren.
Die Ergebnisse zeigen einen unvollständigen Pass-Through von etwa 68 Prozent für aktuelle Kosten und 43 Prozent für erwartete Kosten im nächsten Jahr.
Dies unterstreicht, dass Preisentscheidungen von Unternehmen stark vorausschauend sind und antizipierte Änderungen in ihrer Kostenstruktur berücksichtigen.
Unsicherheit verstärkt Blick nach vorn
Die Bedeutung dieser Kanäle variiert stark zwischen den Unternehmen.
Firmen, die Preise häufig anpassen, reagieren hauptsächlich auf aktuelle Kosten, während Unternehmen mit „sticky prices“ stärker auf Erwartungen setzen.
Produzenten von Gütern passen sich eher zeitnah an, Dienstleistungsunternehmen hingegen sind vorausschauender.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass Unsicherheit die Preisgestaltung in Richtung Erwartungen verschiebt.
Firmen mit höherer Unsicherheit reagieren stärker auf erwartete zukünftige Kosten, was auf eine stärkere Rolle von Forward-Looking-Pricing in unsicheren Zeiten hindeutet.
Geldpolitik muss Erwartungen steuern
Diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse für die Geldpolitik, da Inflation nicht nur auf realisierte, sondern auch auf erwartete Kosten reagiert.
Eine 10-prozentige Zollerhöhung könnte die Inflation allein über den Erwartungskanal um 0,6 bis 0,7 Prozentpunkte steigern.
Dies unterstreicht die Bedeutung klarer Kommunikation, um Erwartungen zu steuern und Preisdynamiken in Echtzeit zu beeinflussen.