Konsumquote auf historischem Tief: Unsicherheit und Pessimismus treiben Rückgang
Die Konsumquote ist seit 2019 deutlich gesunken und erreicht ein historisches Tief. Eine Studie der Dänischen Nationalbank identifiziert erhöhte Unsicherheit und pessimistische Erwartungen als Hauptursachen, insbesondere bei jungen und älteren Haushalten.
Historisches Tief trotz Einkommensplus
Die Konsumquote, der Anteil des privaten Konsums am verfügbaren Haushaltseinkommen, ist seit 2019 um fast 7 Prozentpunkte gesunken und verharrt seit dem dritten Quartal 2023 auf einem historisch niedrigen Niveau.
Ende 2025 lag der private Konsum in Dänemark nur 1,3 Prozent über dem Niveau vor der Corona-Pandemie Ende 2019, während die realen verfügbaren Haushaltseinkommen deutlich stärker stiegen.
Diese Entwicklung, die in Dänemark ausgeprägter ist als in vielen anderen Ländern, bricht mit früheren Korrelationen zwischen Konsum, Einkommen, Vermögen und Arbeitslosigkeit.
Die Dänische Nationalbank betont, dass die traditionellen makroökonomischen Modelle die aktuelle Konsumzurückhaltung nicht vollständig erklären können.
Unsicherheit prägt Konsumverhalten
Erhöhte makroökonomische Unsicherheit und ein allgemeiner Pessimismus prägen das Konsumverhalten der Haushalte.
Die Studie führt dies auf globale Ereignisse wie die Corona-Pandemie, starke Inflationsschwankungen und die geopolitische Lage nach Russlands Invasion in der Ukraine zurück.
Besonders betroffen sind jüngere Haushalte unter 40 Jahren und ältere über 60 Jahren.
Bei den Jüngeren spiegelt sich die Sorge vor langfristiger wirtschaftlicher Unsicherheit wider.
Bei den Älteren führte die Anhebung des Rentenalters zu höheren Einkommen, denen jedoch kein entsprechender Konsumanstieg folgte.
Haushalte mit hoher Liquidität reduzierten ihren Konsumanteil, insbesondere bei nicht-langlebigen Gütern.
Das Konsumentenvertrauen ist seit Anfang 2022 negativ.
Verändertes Verhalten erfordert neue Modelle
Die Studie unterstreicht eine fundamentale Verhaltensänderung der Haushalte, die historische Muster aufbricht.
Dies erfordert eine Neubewertung ökonomischer Modelle und Prognosen, da traditionelle Treiber die Konsumtrends nicht mehr vollständig erklären.
Für Zentralbanken bedeutet dies eine komplexere Einschätzung der Binnenkonjunktur und der Wirksamkeit geldpolitischer Impulse.