Geschlechterungleichgewicht und Lohnlücke in EU-Bankenführung
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Ge­schlech­te­run­gleich­ge­wicht und Lohnlücke in EU-Bankenführung

Ein neuer EBA-Bericht zeigt ein anhaltendes Geschlechterungleichgewicht und deutliche Lohnlücken in den Führungsetagen europäischer Banken. Trotz Fortschritten bei Diversitätsrichtlinien bleibt die Repräsentation von Frauen unzureichend.

Führungsriegen bleiben männlich

Der aktuelle EBA-Bericht zur Diversität im EU-Bankensektor offenbart, dass fast die Hälfte (45,87 Prozent) der Institute keine weiblichen Executive Directors (EDs) in ihren Managementgremien haben.

Dies gilt auch für rund ein Drittel der Großbanken.

Obwohl 81,20 Prozent der Institute Diversitätsrichtlinien eingeführt haben, enthalten nur 67,24 Prozent davon konkrete Geschlechterziele.

Die Repräsentation von Frauen in Führungspositionen ist weiterhin gering: Nur 12,37 Prozent der CEOs sind weiblich, ein leichter Anstieg von 11,32 Prozent im Jahr 2021.

In Aufsichtsfunktionen halten Frauen 32,48 Prozent der Non-Executive-Director-Positionen, eine Verbesserung gegenüber 27,75 Prozent im Jahr 2021.

Die Besetzung vakanter ED-Positionen mit Frauen verbesserte sich von 24,27 Prozent auf 26,17 Prozent, bleibt aber unzureichend.

Lohnlücke trotz Richtlinien

Die Analyse der Geschlechter-Lohnlücke zeigt, dass männliche Direktoren in den meisten Instituten höhere Gesamtvergütungen erhalten.

Männliche Executive Directors (EDs) verdienen im Schnitt 9,82 Prozent mehr als weibliche EDs (2021: 9,43 Prozent).

Bei Non-Executive Directors (Non-EDs) liegt die Lohnlücke bei 2,18 Prozent (Median).

Diese Zahlen bestätigen anhaltende Mängel bei geschlechtsneutralen Vergütungspolitiken.

Die EBA betont die Notwendigkeit gezielter Korrekturmaßnahmen und fordert die Aufsichtsbehörden auf, die Geschlechtsneutralität der Vergütungssysteme gemäß EU-Richtlinien weiterhin streng zu prüfen.

Die EBA wird diese Diversitätspraktiken auch zukünftig überwachen.

Fortschritt ja, Durchbruch nein

Der EBA-Bericht zeigt, dass die Bemühungen um Diversität in europäischen Banken zwar Richtlinien hervorbringen, aber noch keinen echten Wandel in der Führungsetage bewirkt haben.

Anhaltende Lohnlücken und geringe Frauenrepräsentation, besonders in exekutiven Rollen, unterstreichen die Notwendigkeit stärkeren regulatorischen Drucks.

Ohne verbindlichere Vorgaben und konsequentere Durchsetzung wird sich die Geschlechterungleichheit nur schleppend verringern.