Säule-3-Offenlegung: EBA fordert mehr Konsistenz trotz hoher Compliance
Die EBA hat eine Peer Review zur Offenlegung von Säule-3-Anforderungen durchgeführt. Dabei wurde eine hohe Compliance festgestellt, jedoch auch ein Bedarf an größerer Konsistenz in den Aufsichtspraktiken identifiziert.
Hohe Compliance, aber Lücken bleiben
Die Peer Review der EBA untersuchte, wie ausgewählte zuständige Behörden (CAs) die Offenlegung von Säule-3-Anforderungen zwischen Juni 2023 und Juni 2025 umgesetzt und beaufsichtigt haben.
Der Fokus lag auf der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen gemäß Teil Acht der Eigenkapitalverordnung (CRR) und Artikel 45i der Bankenabwicklungsrichtlinie (BRRD) sowie den zugehörigen technischen Standards der EBA.
Insgesamt zeigte die Überprüfung, dass die meisten Anforderungen von der Mehrheit der untersuchten Aufsichtsbehörden vollständig oder weitgehend in ihre Aufsichtsrahmen integriert wurden.
Drei Behörden erreichten dabei einen sehr hohen Standard.
Eine Aufsichtsbehörde wurde jedoch durchweg als 'teilweise angewendet' bewertet, hat aber bereits Schritte zur Verbesserung ihrer Instrumente eingeleitet.
Eine weitere wurde größtenteils als 'nicht angewendet' eingestuft, da sie keine spezifischen Prozesse zur regelmäßigen Bewertung der Säule-3-Compliance besitzt und das Risiko als nicht signifikant für die Finanzstabilität erachtet.
Die EBA wird in zwei Jahren eine Folge-Peer-Review durchführen.
Vier Benchmarks im Fokus
Die Peer Review umfasste sechs zuständige Behörden: die französische ACPR, die Banca d'Italia, die polnische KNF, die Banco de Portugal, die schwedische Finansinspektionen und die Europäische Zentralbank (EZB) / Einheitlicher Aufsichtsmechanismus (SSM).
Die Auswahl zielte auf eine ausgewogene Gruppe mit unterschiedlichen Jurisdiktionen und Institutsgrößen ab.
Bewertet wurden vier zentrale aufsichtsrechtliche Benchmarks: die Integration der Säule-3-Anforderungen in Aufsichtsmanuale, die Wirksamkeit der Überwachungs- und Prüfungsmechanismen für Offenlegungen, die Implementierung von Prozessen zur Bewertung dieser Offenlegungen sowie die Aufsicht über die Einhaltung der Säule-3-Offenlegungspflichten.
Das übergeordnete Ziel war die Bewertung der Effektivität und des Grades der aufsichtsrechtlichen Konvergenz in der EU.
Konvergenz bleibt eine Baustelle
Die Ergebnisse zeigen, dass die formale Einhaltung der Säule-3-Offenlegung zwar weit fortgeschritten ist, die tatsächliche Konsistenz in der Aufsichtspraxis jedoch weiterhin eine Herausforderung darstellt.
Die unterschiedliche Risikobewertung durch einzelne Aufsichtsbehörden, die Pillar-3-Risiken als nicht signifikant einstufen, offenbart tieferliegende Divergenzen.
Der Bericht unterstreicht damit die Notwendigkeit für die EBA, den Druck auf eine echte aufsichtsrechtliche Konvergenz aufrechtzuerhalten.