EBA und NYDFS kooperieren bei internationaler Stablecoin-Aufsicht
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und das New York State Department of Financial Services (NYDFS) haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Ziel ist die verstärkte Zusammenarbeit bei der Aufsicht über internationale Stablecoin-Aktivitäten.
Grenzüberschreitende Aufsicht für Stablecoins
Die EBA und das NYDFS reagieren auf die grenzüberschreitende Natur von Stablecoin-Aktivitäten.
Das MoU schafft einen Rahmen für die Zusammenarbeit bei der Beaufsichtigung von Emittenten und anderen Akteuren im Stablecoin-Sektor.
Die EBA ist gemäß der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) für die Aufsicht über bedeutende Asset-Referenced Tokens (ARTs) und Electronic Money Tokens (EMTs) zuständig.
Das NYDFS reguliert und überwacht virtuelle Währungen und entsprechende Geschäftsaktivitäten in New York, einschließlich Stablecoins unter seiner BitLicense-Regulierung.
Beide Behörden haben die Vertraulichkeits- und Berufsgeheimnisregelungen des jeweils anderen als gleichwertig eingestuft, was den sicheren Informationsaustausch ermöglicht.
Regelmäßiger Austausch und gemeinsame Prüfungen
Die Vereinbarung legt Grundsätze für Informationsaustausch und Koordinierung fest, um Aufsicht, Risikobewertung und Marktintegrität zu verbessern.
Die Behörden tauschen auf Anfrage oder proaktiv Informationen aus, darunter Details zu Genehmigungen, Stablecoin-Volumen, Risikobewertungen, Compliance-Prüfungen und verhängten Sanktionen.
Auch zivil- oder strafrechtliche Ermittlungen sind Teil des Austauschs.
Ein vierteljährlicher, wiederkehrender Austausch über Wert und Zusammensetzung der Reserve-Assets sowie die Gruppenstruktur der beaufsichtigten Unternehmen ist ebenfalls vorgesehen.
Das MoU ermöglicht zudem die Teilnahme an Aufsichtskollegien und die gegenseitige Unterstützung bei Vor-Ort-Inspektionen, um eine effektive grenzüberschreitende Überwachung zu gewährleisten.
Wichtiger Schritt für globale Krypto-Aufsicht
Die Unterzeichnung dieses MoUs ist ein wichtiger Schritt zur Schließung regulatorischer Lücken im globalen Stablecoin-Markt.
Angesichts der grenzüberschreitenden Natur digitaler Assets ist eine solche Kooperation unerlässlich, um Finanzstabilität und Anlegerschutz zu gewährleisten.
Es bleibt abzuwarten, wie effektiv der Informationsaustausch in der Praxis umgesetzt wird und welche konkreten Auswirkungen dies auf die Beaufsichtigung haben wird.