EBA billigt Österreichs höheren Risikopuffer für Gewerbeimmobilien
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EBA billigt Österreichs höheren Risikopuffer für Gewerbeimmobilien

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat keine Einwände gegen die Erhöhung des sektoralen Systemrisikopuffers (SyRB) Österreichs. Die Maßnahme der FMA erhöht den Puffer für Gewerbeimmobilien-Engagements von 1 auf 3,5 Prozent.

Risikopuffer für Gewerbeimmobilien steigt

Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) plant, den sektoralen Systemrisikopuffer (SyRB) für Engagements in Gewerbeimmobilien (CRE) von 1 Prozent auf 3,5 Prozent zu erhöhen.

Diese Maßnahme, die ab dem 1. Juli 2026 mit 2 Prozent beginnt und bis zum 1. Juli 2027 auf 3,5 Prozent ansteigt, zielt auf alle in Österreich gelegenen CRE-Engagements von Nicht-Finanzunternehmen ab, mit Ausnahme von gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen.

Die EBA erhielt die Notifizierung am 20. März 2026.

Die FMA begründet die Erhöhung mit der Größe, dem Risiko und der Vernetzung des CRE-Segments, das 34 Prozent der gesamten Kreditvergabe an Nicht-Finanzunternehmen in Österreich ausmacht.

Die Risiken manifestieren sich bereits: Die notleidenden Kredite (NPLs) im CRE-Bereich stiegen von 1 Prozent Ende 2022 auf 8,3 Prozent Ende 2025.

Eine weitere Zunahme unter einem adversen Szenario wird erwartet.

EBA mahnt zu Koordination und Überwachung

Die EBA erkennt die makroprudenziellen Risikobedenken im Zusammenhang mit Gewerbeimmobilien-Engagements in Österreich an und erhebt keine Einwände gegen den höheren sektoralen Systemrisikopuffer.

Sie weist jedoch auf potenzielle Ineffizienzen im Binnenmarkt hin, da die kombinierten Puffer (O-SII und SyRB) für einige Institute bis zu 6,25 Prozent erreichen, insbesondere für eine Tochtergesellschaft mit ausländischer Mutter.

Dies könnte grenzüberschreitende Kapitalflüsse behindern.

Die EBA fordert daher eine kontinuierliche Koordination und den Informationsaustausch zwischen den beteiligten Behörden.

Zudem betont sie die Notwendigkeit, Überschneidungen mit anderen Anforderungen, wie der Säule-2-Guidance und dem Output-Floor, zu vermeiden.

Einwände, aber keine Blockade

Die EBA-Stellungnahme ist ein klares Signal der Zustimmung für Österreichs verschärfte Makroprudenzialpolitik.

Die geäußerten Bedenken bezüglich Marktineffizienzen und potenzieller Überschneidungen mit anderen Kapitalanforderungen unterstreichen jedoch die anhaltende Herausforderung, nationale Maßnahmen in einen kohärenten EU-Rahmen zu integrieren.

Für die betroffenen Banken bedeutet dies erhöhte Kapitalanforderungen, die sorgfältig mit den übergeordneten Zielen der Finanzstabilität abgewogen werden müssen.