Pillar 3 Data Hub: EBA konsultiert zu kleinen Banken
Die EBA hat ein Diskussionspapier zum Pillar 3 Data Hub (P3DH) für kleine und nicht-komplexe Institute (SNCIs) veröffentlicht. Bis zum 20. Juli 2026 können Stellungnahmen eingereicht werden.
Zentralisierte Offenlegung für kleine Banken
Der Pillar 3 Data Hub (P3DH) ist eine zentrale Plattform der EBA, die den Zugang zu Säule-3-Informationen für alle Nutzer vereinfacht.
Seit dem 26. Januar 2026 ist der P3DH für große und andere Institute live.
Nun weitet die EBA den Prozess auf kleine und nicht-komplexe Institute (SNCIs) aus.
Für diese Institute ist die EBA mandatiert, die Säule-3-Offenlegungen auf Basis der aufsichtsrechtlichen Meldedaten zu erstellen und zu veröffentlichen.
Dieses Diskussionspapier konzentriert sich auf den Prozess für SNCIs, einschließlich der Berechnungsmethodik.
Es skizziert zudem die nächsten Schritte und den erwarteten Zeitplan für die erste Veröffentlichung.
Eine öffentliche Konsultation zu den ITS für aufsichtsrechtliche Meldungen läuft parallel bis zum 10. Juli 2026, um fehlende Datenpunkte zu adressieren.
Die Berechnungsmethodik wird derzeit getestet.
Weniger Aufwand, mehr Transparenz
Die Zentralisierung der Säule-3-Offenlegungen durch den EBA P3DH verspricht eine deutliche Reduzierung der operativen Kosten für kleine und nicht-komplexe Institute (SNCIs).
Da die EBA die Berechnung und Veröffentlichung der Daten übernimmt, entfällt für diese Banken der Aufwand für eigene Offenlegungskanäle.
Dies erhöht zudem die Transparenz und Vergleichbarkeit der Daten für Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden.
Im Gegensatz zu großen Banken, die ihre fertigen Berichte einreichen, erstellt die EBA für SNCIs die Zahlen zentral aus den Meldedaten.
Die Anforderungen an SNCIs sind dabei geringer, oft auf eine Vorlage beschränkt.
Ein Pilotprojekt mit freiwilligen SNCIs wird die Methodik vor der breiten Einführung testen.
Bürokratieabbau mit Tücken
Die Initiative der EBA ist ein wichtiger Schritt zur Entlastung kleinerer Banken und zur Vereinheitlichung der Offenlegungsstandards.
Allerdings bleibt abzuwarten, ob die vorgeschlagene Methodik die Komplexität der Datenverarbeitung wirklich ausreichend abbildet.
Für die betroffenen Institute bietet die Konsultation eine entscheidende Chance, frühzeitig Einfluss auf die Ausgestaltung zu nehmen.