Zahl der Topverdiener in EU-Banken steigt um 9,0 Prozent
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Zahl der Topverdiener in EU-Banken steigt um 9,0 Prozent

Die EBA verzeichnet 2024 einen Anstieg der Topverdiener in EU-Kreditinstituten und Wertpapierfirmen um 9,0 Prozent auf 2.554 Personen. Haupttreiber sind hohe Gewinne und attraktive Vergütungen.

Gewinne treiben Vergütungen hoch

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) meldet einen deutlichen Anstieg der Topverdiener in EU-Kreditinstituten und Wertpapierfirmen.

Die Gesamtzahl der Personen mit einem Jahresgehalt von über einer Million Euro stieg 2024 um 9,0 Prozent auf 2.554 (2023: 2.343).

In Kreditinstituten erhöhte sich die Zahl um 6,8 Prozent auf 2.266, während Wertpapierfirmen einen Zuwachs von 30,3 Prozent auf 288 verzeichneten.

Dieser Anstieg wird hauptsächlich auf die starke Profitabilität der Finanzinstitute zurückgeführt, die durch höhere Zinserträge, aktiven Handel und eine Erholung im Beratungs- und Kapitalmarktgeschäft begünstigt wurde.

Auch günstige wirtschaftliche Bedingungen wie erhöhte Zinsen und eine wiederbelebte M&A-Aktivität sowie wettbewerbsfähige Gehaltsanpassungen zur Bindung von Talenten trugen dazu bei.

Die Daten zeigen zudem ein anhaltendes Ungleichgewicht bei der Geschlechterverteilung: 89,1 Prozent der Topverdiener in Kreditinstituten und 96,9 Prozent in Wertpapierfirmen sind männlich.

Boni-Regeln im Fokus

Das Verhältnis von variabler zu fixer Vergütung stieg bei Topverdienern in Kreditinstituten auf durchschnittlich 98,5 Prozent (2023: 87,8 Prozent).

In Wertpapierfirmen, für die die Begrenzung des variablen Anteils nicht gilt, erhöhte sich dieses Verhältnis sogar auf 358,7 Prozent (2023: 304,8 Prozent).

Dies deutet auf eine aggressive Bonuspolitik hin, die über die regulatorischen Obergrenzen für Banken hinausgeht.

Die EBA ist gemäß der CRD- und IFD-Richtlinien verpflichtet, aggregierte Daten zu Topverdienern zu veröffentlichen, um Transparenz über Vergütungspraktiken zu schaffen.

Trotz dieser Transparenz bleibt der Anteil der aufgeschobenen variablen Vergütung in Wertpapierfirmen mit rund 34 Prozent weiterhin niedrig, was Fragen bezüglich der langfristigen Risikosteuerung aufwirft.

Ungleichheit bleibt bestehen

Der Bericht der EBA zeigt, dass die Finanzbranche trotz regulatorischer Bemühungen weiterhin mit strukturellen Problemen kämpft.

Insbesondere das hartnäckige Geschlechterungleichgewicht und die extrem hohen variablen Vergütungsquoten in Wertpapierfirmen sind besorgniserregend.

Dies wirft Fragen nach der Wirksamkeit der aktuellen Aufsichtsmechanismen und den Anreizen für nachhaltiges Risikomanagement auf.