EBA-Bericht: Banken erfüllen MREL-Ziele, kleine Institute kämpfen
Die EBA veröffentlicht ihren zweiten MREL-Folgenabschätzungsbericht für 2022 bis 2024. Fast alle EU-Banken erfüllten die MREL-Vorgaben bis Januar 2024, doch kleinere Institute sehen sich mit höheren Kosten konfrontiert.
MREL-Ziele erreicht, Ressourcen gestärkt
Zwischen 2022 und 2024 bauten die EU-Banken ihre MREL-Ressourcen kontinuierlich aus, um die finalen Vorgaben zu erfüllen.
Bis zum Stichtag 1. Januar 2024 erreichten nahezu alle Institute ihre Ziele oder profitierten von Übergangsregelungen.
Die gesamten und nachrangigen MREL-Anforderungen stiegen im Berichtszeitraum an, was die vollständige Umsetzung der BRRD II widerspiegelt.
Ende 2024 hielten Abwicklungseinheiten durchschnittlich 34,7 Prozent des TREA in geeigneten Instrumenten.
Die MREL-Anforderungen stimulierten die Emission von geeigneten Verbindlichkeiten, insbesondere Senior Non-Preferred (SNP), und verbesserten den Marktzugang für kleinere Banken.
Eigene Mittel bilden mit 20,5 Prozent des TREA die Kernkomponente, während geeignete Schuldtitel 13,6 Prozent des TREA ausmachen.
Nachrangige Instrumente erreichten Ende 2024 durchschnittlich 27,8 Prozent des TREA, wobei SNP das wichtigste Instrument bleibt.
Im Jahr 2024 beliefen sich die Emissionen geeigneter Instrumente auf 371 Mrd. Euro, verteilt auf 105 emittierende Banken.
Nur 18 Einheiten (0,9 Prozent der EU-Bankaktiva) meldeten 2024 einen Engpass, die alle von Übergangsregelungen profitieren.
Kleinere Banken vor strukturellen Hürden
Die Behörden stellten keine wesentlichen Auswirkungen von MREL auf die Geschäftsmodelle oder rechtlichen Strukturen der Banken fest.
Dennoch sehen sich kleinere, einlagenfinanzierte Institute mit höheren Compliance-Kosten und Komplexität konfrontiert.
Größere, diversifizierte Banken und Großhandels-/Investmentbanken, die bereits an den Kapitalmärkten tätig sind, können sich leichter anpassen.
Die EBA prüft im Rahmen ihrer Arbeit zur Effizienz des Regulierungs- und Aufsichtsrahmens, wie die Kapital- und TLAC/MREL-Anforderungen gestrafft werden können (Empfehlung 9).
Die Erkenntnisse dieses Berichts, insbesondere die Herausforderungen kleinerer Banken bei der Diversifizierung ihrer Finanzierungsbasis durch nachrangige Emissionen, könnten diese zukünftige Arbeit beeinflussen und Aspekte der Proportionalität berücksichtigen.
Proportionalität bleibt die Gretchenfrage
Der Bericht bestätigt den Erfolg von MREL bei der Stärkung der Abwicklungsfähigkeit von Banken, beleuchtet aber klar die unverhältnismäßige Belastung kleinerer Institute.
Während der Rahmen insgesamt funktioniert, erfordern die anhaltenden Herausforderungen für kleinere Banken beim Zugang zu Märkten für nachrangige Schuldtitel eine nuancierte regulatorische Antwort.
Die EBA muss nun zeigen, wie sie diese Erkenntnisse in konkrete, proportionalere Anpassungen der Kapital- und Abwicklungsanforderungen umsetzen will.