EBA: EU-Banken wettbewerbsfähig, aber fragmentiert
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EBA: EU-Banken wettbewerbsfähig, aber fragmentiert

Die EBA hat auf die Konsultation der Europäischen Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit des EU-Bankensektors geantwortet. Der Bericht beleuchtet die Stärken und Schwächen des Sektors und adressiert 43 von 95 Fragen.

Banken als Stütze der EU-Wirtschaft

Der EU-Bankensektor zeigt sich widerstandsfähig und robust, wie die EBA in ihrer Antwort auf die EU-Konsultation zur Wettbewerbsfähigkeit festhält.

Die Bilanzsumme der EU/EWR-Banken erreichte im Juni 2025 29 Billionen Euro, ein Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dieser Zuwachs von über einer Billion Euro ist primär auf eine Steigerung der Kredite und Vorschüsse um 635 Milliarden Euro (3,6 Prozent) sowie der Schuldverschreibungen um 484 Milliarden Euro (12,8 Prozent) zurückzuführen.

Die größten Bestände halten die Banken in Krediten und Vorschüssen (18,2 Billionen Euro) sowie Schuldverschreibungen (4,3 Billionen Euro).

Die Kreditvergabe an Haushalte stieg im Jahresvergleich um 2,9 Prozent auf 7,2 Billionen Euro, maßgeblich getrieben von Hypothekendarlehen (4,6 Billionen Euro).

Die Unternehmensfinanzierung wuchs mit 1,8 Prozent auf 6,4 Billionen Euro langsamer, zeigte aber in Sektoren wie Energie (+10%) und IT (+5%) deutliche Zuwächse.

Vielfalt als Stärke, Fragmentierung als Hürde

Die EBA identifiziert erhebliche Hürden durch Marktfragmentierung, die den grenzüberschreitenden Zugang zu Bankprodukten erschwert.

Dies zeigt sich bei Hypotheken, wo die rechtliche Durchsetzbarkeit in anderen Mitgliedstaaten fehlt, und bei grenzüberschreitenden Zahlungslösungen, wo EU-basierte Alternativen fehlen.

Auch kleine Unternehmen leiden unter mangelndem Zugang zu standardisierten Finanzinformationen.

Gleichzeitig betont die EBA die Bedeutung der Vielfalt im EU-Bankensektor.

Unterschiedliche Geschäftsmodelle fördern Wettbewerb und Resilienz.

Der EU-weite Stresstest 2025 bestätigte diese Stärke: Trotz simulierter Verluste von 547 Milliarden Euro blieben die Kapitalquoten der Banken stabil.

Resilienz trifft auf Grenzen

Die EBA-Antwort zeichnet ein ambivalentes Bild: Der EU-Bankensektor ist zwar robust und eine tragende Säule der Wirtschaft, doch seine volle Leistungsfähigkeit wird durch strukturelle Fragmentierung gebremst.

Die regulatorischen Fortschritte haben die Stabilität erhöht, aber die Integration des Binnenmarktes bleibt eine ungelöste Aufgabe.

Ohne eine Überwindung dieser Hürden wird das Potenzial für grenzüberschreitende Dienstleistungen und eine effizientere Kapitalallokation unerreichbar bleiben.