ESAs: Digitalisierung, Cyber, Nachhaltigkeit 2025 Top-Prioritäten
Der Gemeinsame Ausschuss der Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) hat Digitalisierung, Cyber-Resilienz und nachhaltige Finanzen als Schlüsselprioritäten für 2025 hervorgehoben. Der Jahresbericht des Ausschusses dokumentiert Fortschritte in diesen Bereichen.
DORA-Umsetzung stärkt digitale Resilienz
Die Umsetzung des Digital Operational Resilience Act (DORA) bildete 2025 einen Schwerpunkt der Arbeit des Gemeinsamen Ausschusses der ESAs.
Alle erforderlichen Rechtsinstrumente unter DORA wurden erfolgreich bereitgestellt, was die digitale operationelle Resilienz im EU-Finanzsektor stärkt.
Die ESAs förderten zudem die aufsichtsrechtliche Konvergenz und unterstützten Finanzunternehmen bei der Vorbereitung auf DORA, das seit dem 17. Januar 2025 gilt.
Ein zentraler Erfolg war die Benennung von neunzehn kritischen Drittanbietern (CTPPs) zwischen April und November 2025, wobei die EBA als Lead Overseer fungierte.
Die offizielle Liste der CTPPs wurde am 18. November 2025 veröffentlicht.
Parallel dazu wurde der European Systemic Cyber Incident Coordination Framework (EU-SCICF) operationalisiert.
Er soll die behördenübergreifende Kommunikation und Koordination bei IKT-Vorfällen, die die Finanzstabilität gefährden, verbessern.
Diese koordinierten Anstrengungen erhöhen die Widerstandsfähigkeit der EU gegenüber IKT-Risiken und stärken die Fähigkeit des Finanzsystems, auf digitale Störungen und Cyber-Bedrohungen zu reagieren.
Risikobild und nachhaltige Finanzen
Der Gemeinsame Ausschuss analysierte 2025 sektorübergreifende Risiken.
Geopolitische Spannungen und Handelsbarrieren belasteten Wachstumsaussichten und erhöhten die Marktvolatilität.
Finanzinstitute und Behörden müssen wachsam bleiben, Risikomanagement stärken und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyber-Bedrohungen sowie die Bereitschaft für Marktschocks verbessern.
Die Überwachung von Risiken durch digitale Vermögenswerte und Nichtbanken ist entscheidend.
Cyber-Risiken blieben eine wachsende Bedrohung, verstärkt durch die Konzentration bei IT-Drittanbietern.
Parallel dazu überwachten die ESAs die Fortschritte unter der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR).
Der vierte Joint Report zu Principal Adverse Impact (PAI) Disclosures zeigte Verbesserungen, aber auch Herausforderungen für kleinere Unternehmen.
Eine Konsultation zu gemeinsamen Leitlinien für ESG-Stresstests wurde gestartet und im Januar 2026 finalisiert.
Diese harmonisieren Methodologien für Banken und Versicherungen.
Wichtiger Schritt, aber Herausforderungen bleiben
Der Jahresbericht des Gemeinsamen Ausschusses zeigt erhebliche Fortschritte in Schlüsselbereichen, insbesondere bei der Umsetzung von DORA.
Die anhaltenden geopolitischen und Cyber-Risiken, gepaart mit sich entwickelnden Kryptomärkten, deuten jedoch darauf hin, dass die Regulierungslandschaft hochdynamisch bleibt.
Die ESAs liefern einen soliden Rahmen, doch die konsequente Umsetzung und Anpassung an neue Bedrohungen wird die eigentliche Bewährungsprobe sein.