Liquiditätsanforderungen: Neue Theorie zeigt Grenzen auf
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Li­qui­di­täts­an­for­de­run­gen: Neue Theorie zeigt Grenzen auf

Ein neues EZB Working Paper entwickelt eine Theorie der Bankenliquiditätsregulierung. Es zeigt, dass Liquiditätsanforderungen allein nicht ausreichen, um eine effiziente Allokation der Finanzintermediation zu erreichen.

Liquidität als Anreiz-Tool

Das Working Paper entwickelt eine neue Theorie der Finanzintermediation, die Liquiditätsregulierung aus einer Anreizperspektive beleuchtet.

Statt als Puffer gegen exogene Finanzierungsschocks, entsteht Liquiditätsnachfrage hier endogen aus Anreizproblemen.

Banken finanzieren Kreditvergabe mit Einlagen und stehen vor Moral Hazard im Risikomanagement.

Das Halten von Barmitteln mildert diese Anreize zur übermäßigen Risikobereitschaft, da der Wert liquider Anlagen nicht von der Sorgfalt im Kreditmanagement abhängt.

Dies stärkt die Anreize für ein umsichtiges Risikomanagement.

Da liquide Mittel jedoch geringere Renditen abwerfen, neigen Banken dazu, zu wenig Liquidität zu halten und sich stattdessen auf den Verkauf von Vermögenswerten in Stresszeiten zu verlassen.

Solche Notverkäufe können kostspielig sein.

Die Studie zeigt, dass Liquiditätsanforderungen eine wichtige Rolle spielen, um diese Abhängigkeit zu begrenzen und Banken zu proaktiver Liquiditätshaltung zu ermutigen.

Sie sind somit ein Instrument zur Verbesserung der Anreize innerhalb von Banken.

Das Dilemma des über­di­men­sio­nier­ten Bankensektors

Das Modell beleuchtet die Interaktion zwischen Banken und Nichtbanken.

Banken spezialisieren sich auf gehebelte Kreditvergabe, Nichtbanken stellen mit Eigenkapital Liquidität durch den Kauf von Bankaktiva in Stresszeiten bereit.

Im dezentralisierten Gleichgewicht führt dies zu einem ineffizient großen Bankensektor und unzureichender Liquiditätsbereitstellung durch Nichtbanken, da zu viele Experten den Bankensektor wählen.

Liquiditätsanforderungen verbessern zwar Anreize innerhalb der Banken, korrigieren aber die sektorale Fehlallokation nicht.

Eine effiziente Regulierung erfordert daher eine Kombination aus Liquiditätsanforderungen und zusätzlichen Instrumenten, wie Grenzen für die Bankengröße oder Subventionen für die eigenkapitalfinanzierte Liquiditätsbereitstellung durch Nichtbanken.

Basel III auf dem Prüfstand

Diese Studie stellt die traditionelle Begründung der Liquiditätsregulierung, wie sie Basel III zugrunde liegt, fundamental in Frage.

Sie zeigt, dass der Fokus auf exogene Schocks zu kurz greift und Anreizprobleme im Kern der Liquiditätsnachfrage liegen.

Die Implikation ist klar: Eine alleinige Liquiditätsregulierung ist unzureichend, um systemische Fehlallokationen zu korrigieren.

Quelle: A theory of bank liquidity requirements

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