KI in Europa: Unternehmen stellen trotz Einsatz mehr Personal ein
Eine EZB-Studie zeigt: Künstliche Intelligenz führt in europäischen Unternehmen nicht zu Jobverlusten, sondern fördert Neueinstellungen. Besonders KI-intensive Firmen stellen mehr Personal ein.
Keine Jobverluste durch KI-Einsatz
Entgegen weit verbreiteter Befürchtungen führt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in europäischen Unternehmen derzeit nicht zu einem Rückgang der Beschäftigung.
Eine Analyse der EZB-Umfrage zum Zugang von Unternehmen zu Finanzmitteln (SAFE) zeigt: Firmen, die KI nutzen, weisen keine signifikanten Unterschiede bei der Schaffung oder dem Abbau von Arbeitsplätzen im Vergleich zu Nicht-Nutzern auf.
Bei intensiver KI-Nutzung kehrt sich das Bild sogar um: Unternehmen, die KI häufig einsetzen, stellen mit einer um 4 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit zusätzliches Personal ein.
Auch Investitionen in KI-Technologie korrelieren positiv mit Neueinstellungen; hier liegt die Wahrscheinlichkeit um fast 2 Prozent höher.
Dieser Effekt wird hauptsächlich von kleinen Unternehmen getragen, während KI für große Firmen beschäftigungsneutral ist.
Die Ergebnisse basieren auf Daten aus dem zweiten und vierten Quartal 2025 und berücksichtigen Faktoren wie Unternehmensgröße, Alter, Investitionen, Umsatz und Rentabilität.
Breite Nutzung, geringe Investitionen
Obwohl zwei Drittel der 3.500 befragten europäischen Unternehmen angaben, dass ihre Mitarbeiter KI nutzen, investiert nur ein Viertel aktiv in diese Technologie.
Dies deutet darauf hin, dass der Zugang zu KI-Tools dank verfügbarer Online-Anwendungen niedrigschwellig ist und eine breite Akzeptanz auch bei kleineren Firmen ermöglicht.
Die Studie beleuchtet auch die Motivationen für den KI-Einsatz: Firmen, die KI zur Förderung von Forschung und Entwicklung (F&E) und Innovation nutzen, treiben das Beschäftigungswachstum voran.
Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um hochqualifizierte Mitarbeiter, die KI-Technologien entwickeln und anwenden können.
Nur 15 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen geben an, KI zur Reduzierung von Arbeitskosten einzusetzen.
Dieser Anteil ist zu gering, um die insgesamt positiven Effekte auf die Beschäftigung zu überwiegen.
Entwarnung mit Vorbehalt
Die Studie liefert eine wichtige Entwarnung für den europäischen Arbeitsmarkt, da KI kurzfristig eher ein Jobmotor zu sein scheint.
Insbesondere innovationsgetriebene Unternehmen profitieren von Neueinstellungen, um KI-Technologien zu entwickeln und zu implementieren.
Doch die langfristigen Auswirkungen, sobald KI Produktionsprozesse grundlegend verändert, bleiben eine offene Frage und könnten zu einem anderen Ergebnis führen.