Studie: Fragmentierung der Euro-Aktienmärkte quantifiziert
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Studie: Fragmentierung der Euro-Aktienmärkte quantifiziert

Eine neue EZB-Studie quantifiziert die anhaltende Fragmentierung der Euro-Aktienmärkte. Mittels eines Gravitationsmodells werden Reibungsverluste im grenzüberschreitenden Kapitalverkehr der letzten zehn Jahre geschätzt.

Reibungsverluste im Kapitalverkehr

Die EZB-Studie wendet ein strukturelles Gravitationsmodell auf bilaterale Aktienbestände im Euroraum an, um finanzielle Reibungsverluste über das letzte Jahrzehnt zu schätzen.

Diese 'Steueräquivalente' ermöglichen einen Vergleich der Integrationsentwicklung.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Reibungsverluste innerhalb des Euroraums seit 2014 um etwa 12 Prozentpunkte gesunken sind.

Im Vergleich dazu fielen die Barrieren für Aktienbestände zwischen dem Euroraum und den Vereinigten Staaten mit rund 25 Prozentpunkten deutlich stärker.

Dies deutet auf eine schnellere Integration der Euro-Aktienmärkte mit den USA hin.

Die Analyse deckt den Zeitraum von 2014 bis 2023 ab und bestätigt die relative Unterperformance der intra-euroräischen Integration.

Warum die Integration stockt

Die Finanzmärkte im Euroraum bleiben fragmentiert, trotz Zielen der EU-Spar- und Investitionsunion.

Deskriptive Indikatoren zeigen eine anhaltende Fragmentierung unter dem Höchststand von 2018.

Gravitationsmodelle ergänzen diese, indem sie strukturelle Barrieren isolieren.

Sie quantifizieren tatsächliche Hemmnisse für grenzüberschreitende Investitionen, was für politische Entscheidungen entscheidend ist.

Ein Weckruf für Brüssel

Die Ergebnisse bestätigen, dass die Integration der europäischen Aktienmärkte kaum Fortschritte gemacht hat.

Dies unterstreicht die Dringlichkeit weiterer Bemühungen zur Reduzierung der Fragmentierung.

Eine stärkere Harmonisierung der Aufsicht und Regulierung sowie eine tiefere Integration der Handels- und Nachhandelsinfrastrukturen sind unerlässlich, um Liquidität zu fördern und strategische Investitionen zu finanzieren.