Bulgarien führt Euro ein und wird 21. Mitglied der Eurozone

Bulgarien hat am 1. Januar 2026 den Euro eingeführt und ist damit das 21. Mitglied der Eurozone. Der Rat der Europäischen Union hatte den Beitritt am 8. Juli 2025 formell genehmigt und den Umrechnungskurs auf 1,95583 Lew pro Euro festgelegt.

Tiefe Integration und wirtschaftliche Vorteile

Bulgarien ist durch Handels- und Finanzbeziehungen tief in die Eurozone integriert.

Das Land mit 6,5 Millionen Einwohnern trägt rund 0,7 Prozent zum BIP der Eurozone bei.

Bereits vor der Euro-Einführung waren etwa 70 Prozent der Staatsschulden und ein signifikanter Teil der Unternehmensschulden in Euro denominiert.

Seit über 25 Jahren war Bulgariens Geldpolitik durch ein Währungsboard an die der EZB gekoppelt.

Der Euro-Beitritt verspricht niedrigere Transaktions- und Kreditkosten, erhöhte Preistransparenz und ein gestärktes Investorenvertrauen.

Zudem kann Bulgarien nun an den wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Eurozone mitwirken.

Konvergenzfortschritte und verbleibende Risiken

Seit dem EU-Beitritt 2007 hat Bulgarien erhebliche Fortschritte bei der Konvergenz zur Eurozone gemacht.

Das BIP pro Kopf stieg von 35 Prozent des Eurozonen-Durchschnitts im Jahr 2006 auf über 60 Prozent im Jahr 2025.

Die Kosten und Risiken der Euro-Einführung, wie die Umstellung selbst und potenzielle ungerechtfertigte Preiserhöhungen, werden als gering und weitgehend einmalig eingeschätzt.

Die bulgarischen Behörden haben Maßnahmen wie Preisüberwachung und eine lange Phase der doppelten Preisauszeichnung implementiert.

Dennoch bleiben Risiken für die Inflationskonvergenz bestehen, da die Wirtschaft externen Preisschwankungen ausgesetzt ist und die Lohn- und Kreditdynamik hoch bleibt.

Ein Signal in unsicheren Zeiten

Bulgariens Euro-Beitritt sendet ein klares Signal für die Attraktivität der Eurozone, selbst in Zeiten geopolitischer Unsicherheit.

Er unterstreicht die fortgesetzte Konvergenz der EU-Staaten, auch wenn die öffentliche Unterstützung noch wachsen muss.

Für die Eurozone bedeutet dies eine weitere Stärkung und Integration, die jedoch mit der Notwendigkeit einer anhaltenden fiskalischen Disziplin in Bulgarien einhergeht.

Quelle: Bulgaria adopts the euro

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