Lagarde: Geldpolitik kehrt zu den Grundlagen zurück
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Lagarde: Geldpolitik kehrt zu den Grundlagen zurück

EZB-Präsidentin Christine Lagarde betont die Rückkehr der Geldpolitik zu ihren Grundlagen. Im aktuellen unsicheren Umfeld muss sie jedoch flexibel und innovativ bleiben.

Geldpolitik wieder im Kernbereich

Lagarde eröffnete das EZB Forum 2026 und reflektierte die Entwicklung der Geldpolitik.

Nach 15 Jahren außergewöhnlicher Drücke, die unkonventionelle Instrumente wie Assetkäufe und das TPI erforderten, kehrt die EZB nun zu einem konventionelleren Ansatz zurück.

Die Zinsen sind vom effektiven Nullzinsbereich entfernt, teilweise durch strukturelle Faktoren wie steigende Verteidigungsausgaben.

Negative Angebotsschocks treiben die Preise nach oben.

Die EZB kann sich wieder auf Leitzinsen als primäres Instrument zur Inflationsstabilisierung konzentrieren, mit maßvollen Anpassungen und datenabhängigen Entscheidungen.

Die Stärkung der europäischen Architektur, einschließlich Bankenaufsicht und fiskalischer Rahmenwerke, hat Fragmentierungsrisiken reduziert und den Bankensektor widerstandsfähiger gemacht.

Dies ermöglicht der Geldpolitik, sich auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren, ohne durch Fragmentierungsrisiken oder Bankensektor-Vulnerabilitäten eingeschränkt zu sein.

Neue Schocks erfordern neue Antworten

Trotz der Rückkehr zu den Grundlagen unterscheidet sich die heutige Welt grundlegend von der Vergangenheit.

Lagarde warnt vor einem aufgeladenen geopolitischen Umfeld mit steigender Frequenz und neuen Formen von Schocks, bei denen Marktzugang, Energieversorgung und kritische Mineralien als Waffen eingesetzt werden.

Diese Schocks stellen die Standard-Analysemodelle vor Herausforderungen, da ihre wirtschaftlichen Auswirkungen von strategischen Reaktionen abhängen, die historischen Regelmäßigkeiten nicht folgen.

Als Beispiel nennt Lagarde die US-Zollerhöhungen im letzten Jahr, bei denen der Euro entgegen den Modellen aufwertete und die EU nicht mit Vergeltung reagierte.

Zudem können diese Schocks schnell eskalieren und sich ebenso rasch wieder auflösen, wie der Konflikt im Nahen Osten zeigt, der Ölpreise innerhalb von Tagen stark schwanken ließ.

Robuste Entscheidungen in unsicherer Zeit

Die EZB begegnet den neuen Herausforderungen mit Innovationen bei Indikatoren und der Entscheidungsrobustheit.

Statt sich allein auf Inflationserwartungen zu stützen, nutzt sie konkrete Echtzeitdaten und verbesserte Projektionen für ein präziseres Bild der Wirtschaft.

Durch Szenarioanalysen testet die EZB ihre Politikentscheidungen über verschiedene plausible Ergebnisse hinweg, um auch in einem volatilen Umfeld wirksam zu bleiben.