Lagarde betont Preisstabilität und Europas digitale Zukunft
EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigt im EU-Parlament die Bedeutung von Preisstabilität und der Unabhängigkeit der Zentralbank. Sie skizziert zudem Schritte zur Stärkung von Europas Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit, darunter den digitalen Euro.
Stabilität in unsicheren Zeiten
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte die Bedeutung der Preisstabilität als Anker in einem volatilen globalen Umfeld.
Die jährliche Inflation lag im Januar bei 1,7 Prozent und wird sich mittelfristig bei 2 Prozent stabilisieren, so die Erwartung.
Die jüngsten Eurosystem-Projektionen vom Dezember sehen die Gesamtinflation bei durchschnittlich 1,9 Prozent im Jahr 2026, 1,8 Prozent im Jahr 2027 und 2,0 Prozent im Jahr 2028. Trotz geopolitischer Spannungen wuchs die Wirtschaft des Euroraums im vierten Quartal des Vorjahres um geschätzte 0,3 Prozent und im gesamten Jahr 2025 um 1,5 Prozent.
Der EZB-Rat beschloss bei seiner letzten Sitzung, die Zinsen unverändert zu lassen, da die aktualisierte Einschätzung die mittelfristige Stabilisierung der Inflation bei 2 Prozent bestätigte.
Lagarde hob hervor, dass die Unabhängigkeit der EZB für die Erfüllung ihres Mandats unerlässlich sei, aber nicht Isolation bedeute, sondern Hand in Hand mit demokratischer Rechenschaftspflicht gehe.
Digitale Zukunft und Marktintegration
Die EZB engagiert sich über die Geldpolitik hinaus für Europas Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.
Ein zentraler Pfeiler ist die Zukunft des Zentralbankgeldes: Die EZB unterstützt die Sicherstellung der Bargeldverfügbarkeit und treibt die Einführung eines digitalen Euro voran.
Dieser soll als europaweit akzeptierte, datenschutzfreundliche und offline nutzbare Zahlungslösung dienen, die Gebühren für Händler reduziert und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern verringert.
Parallel dazu entwickelt die EZB tokenisiertes Zentralbankgeld, um ein integriertes europäisches Ökosystem für digitale Assets zu schaffen.
Projekt Pontes soll bereits im dritten Quartal dieses Jahres eine Lösung für DLT-basierte Großtransaktionen liefern.
Zudem empfahl eine Task Force eine Vereinfachung des regulatorischen Rahmens für Banken.
Die Stärkung der Spar- und Investitionsunion sowie des Binnenmarktes sind weitere entscheidende Faktoren für Europas Potenzial.
Mehr als nur Zinspolitik
Lagardes Rede geht weit über die reine Zinspolitik hinaus und positioniert die EZB als aktiven Gestalter der europäischen Wirtschaftsarchitektur.
Die Betonung digitaler Innovationen wie dem digitalen Euro und tokenisiertem Zentralbankgeld zeigt den Willen, die Zukunft des Finanzsystems aktiv mitzugestalten.
Dies signalisiert eine umfassende Strategie, die monetäre Stabilität mit strukturellen Reformen für ein widerstandsfähigeres Europa verknüpft.