EZB belässt Leitzinsen unverändert – Inflation auf Zielkurs
Der EZB-Rat belässt die drei Leitzinsen unverändert. Die aktualisierte Einschätzung bestätigt, dass sich die Inflation mittelfristig bei zwei Prozent stabilisieren sollte.
Stabilität trotz globaler Unsicherheit
Die Wirtschaft des Euroraums wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, getragen von Dienstleistungen und öffentlichen Investitionen.
Die Arbeitslosigkeit sank im Dezember auf 6,2 Prozent.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte, dass die Inflation mittelfristig bei zwei Prozent stabilisieren sollte.
Die Teuerungsrate fiel im Januar auf 1,7 Prozent, nach 2,0 Prozent im Dezember.
Die Kerninflation, ohne Energie und Nahrungsmittel, lag bei 2,2 Prozent.
Energiepreise trugen mit -4,1 Prozent negativ bei, während Nahrungsmittelpreise um 2,7 Prozent stiegen.
Die Dienstleistungsinflation verringerte sich auf 3,2 Prozent.
Trotz dieser Fortschritte bleibt der Ausblick aufgrund globaler Handelspolitik und geopolitischer Spannungen unsicher.
Der EZB-Rat betonte die Notwendigkeit, den Euroraum durch nachhaltige öffentliche Finanzen und strukturelle Reformen zu stärken.
Datenabhängigkeit bleibt Leitlinie
Der EZB-Rat bekräftigte seinen datenabhängigen und sitzungsweisen Ansatz für die Geldpolitik, ohne sich auf einen bestimmten Zinspfad festzulegen.
Entscheidungen basieren auf der Inflationsaussicht, den Risiken und eingehenden Daten.
Die Risikobewertung zeigt ein volatiles globales Umfeld, geprägt von Handelspolitik und geopolitischen Spannungen.
Positive Impulse könnten von Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben sowie von Produktivitätsreformen ausgehen.
Die Marktzinsen sind seit der letzten Sitzung gesunken.
Die Bankkreditzinsen für Unternehmen stiegen im Dezember auf 3,6 Prozent, während die Hypothekenzinsen bei 3,3 Prozent stabil blieben.
Die Kreditvergabe an Unternehmen wuchs im Jahresvergleich um 3,0 Prozent, getrieben von einer leicht gestiegenen Kreditnachfrage, obwohl die Kreditstandards erneut verschärft wurden.
Geduld als neue Tugend
Die EZB sendet ein klares Signal der Geduld, indem sie die Zinsen unverändert lässt, aber gleichzeitig alle Optionen offen hält.
Trotz sinkender Inflation und robustem Wachstum bleiben die globalen Unsicherheiten und die Lohnentwicklung kritische Faktoren.
Für die Märkte bedeutet dies, dass die nächste Zinsbewegung weiterhin stark von den kommenden Wirtschaftsdaten abhängen wird.