Emissionshandel: Firmen senken CO2, kaufen grüne Ziele
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Emissionshandel: Firmen senken CO2, kaufen grüne Ziele

Eine unerwartete Verschärfung des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) führte dazu, dass emissionsintensive Firmen ihre Emissionen reduzierten und vermehrt grüne Unternehmen übernahmen. Dies zeigt eine neue EZB-Studie, die den Zeitraum 2013 bis 2023 untersucht.

Effizienz statt Output-Verlust

Nach 2017 senkten emissionsintensive Unternehmen ihre Emissionen um rund 13 Prozent im Vergleich zu weniger exponierten Wettbewerbern derselben Branche.

Stromerzeuger reduzierten ihre Emissionen sogar um etwa 32 Prozent, während das verarbeitende Gewerbe eine Reduktion von 5 Prozent erreichte.

Diese Emissionssenkungen wurden nicht durch einen Rückgang der Produktion erzielt; stattdessen sank der Ausstoß pro Umsatzeinheit um durchschnittlich 8,5 Prozent.

Bei Stromerzeugern verbesserte sich die Effizienz um 21 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe um 5 Prozent.

Die Effekte verstärkten sich nach der regulatorischen Verschärfung 2020, was auf den anhaltenden Anstieg der CO2-Preise zurückzuführen ist.

Die Studie basiert auf einem Datensatz von 2.207 EU ETS-Firmen zwischen 2013 und 2023, die rund 90 Prozent der verifizierten Emissionen im EU ETS abdecken.

Grüne Übernahmen als Dekarbonisierungs-Weg

Die Studie identifiziert den Markt für Unternehmenskontrolle als einen zentralen Kanal für die Emissionsreduktion.

Emissionsintensive Firmen zeigten keine Zunahme der gesamten M&A-Aktivitäten, verlagerten ihren Fokus jedoch auf die Übernahme 'grüner' Ziele.

Dieser Trend war vor allem im verarbeitenden Gewerbe zu beobachten, wo kurzfristige Reduktionsoptionen weniger verfügbar sind als im Energiesektor.

Grüne Akquisitionen sind ökonomisch bedeutsam: Firmen reduzierten ihre Emissionen nach Abschluss eines solchen Deals um etwa 11 Prozent.

Ohne diese grünen Übernahmen wäre die geschätzte Emissionsreduktion in beiden Sektoren um etwa ein Sechstel geringer ausgefallen.

Die Forscher fanden zudem keine Hinweise auf eine Verlagerung von Akquisitionen außerhalb des EU ETS-Gebiets, was auf das Ausbleiben von Carbon Leakage über diesen Kanal hindeutet.

Finanzielle Engpässe schwächten die Reaktion nicht wesentlich ab, was die Autoren auf die akkommodierenden Finanzierungsbedingungen im Studienzeitraum zurückführen.

Ein starkes Signal, doch Fragen bleiben

Die Studie liefert überzeugende Belege für die Wirksamkeit des EU ETS unter verschärften Bedingungen, insbesondere die Rolle grüner Übernahmen als Anpassungsmechanismus ist ein wichtiger Erkenntnisgewinn.

Offen bleibt jedoch, ob diese Effizienzgewinne im verarbeitenden Gewerbe langfristig Bestand haben und wie sich die Ergebnisse unter weniger akkommodierenden Finanzierungsbedingungen entwickeln würden.

Für die Politik ist die Erkenntnis relevant, dass CO2-Preise ohne Output-Reduktion wirken können und M&A ein praktikabler Weg zur Dekarbonisierung sind.

Quelle: Climate regulation, firm emissions, and green takeovers

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