EZB-Studie: Soziale Netzwerke beeinflussen Einlagenzinsen kleiner Banken
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EZB-Studie: Soziale Netzwerke beeinflussen Einlagenzinsen kleiner Banken

Digitale soziale Netzwerke übertragen Schocks bei Einlagenzinsen über geografische Distanzen hinweg. Eine neue EZB-Studie zeigt, dass kleine Banken in sozial verbundenen, aber räumlich getrennten Märkten ihre Zinsen anpassen.

Digitale Bande verbinden Einlagenmärkte

Einlagenmärkte gelten oft als lokal und segmentiert.

Doch eine neue EZB-Studie zeigt, wie digitale soziale Netzwerke diese Grenzen aufweichen.

Wenn Einleger unaufmerksam sind, machen soziale Verbindungen Zinsänderungen in anderen Märkten salient.

Dies löst eine Suche nach besseren Angeboten aus und zwingt verbundene Banken, ihre eigenen Zinsen zu erhöhen.

Die Forscher nutzen fusionsbedingte Schocks bei lokalen Einlagenzinsen und Daten zur sozialen Vernetzung auf Kreisebene in den USA.

Sie belegen, dass kleine Banken ihre Zinsen als Reaktion auf Schocks in sozial verbundenen, aber geografisch entfernten Kreisen anheben.

Diese Spillover-Effekte sind ökonomisch bedeutsam und nachhaltig.

Wenn Freunde die Zinsen beeinflussen

Die Studie testet ihre Vorhersagen empirisch, indem sie untersucht, wie kleine Banken in einem Kreis auf Wettbewerbsschocks in sozial verbundenen, aber geografisch unterschiedlichen Kreisen reagieren.

Die Effekte sind stärker in wettbewerbsintensiven Märkten und in Kreisen mit finanziell versierteren Haushalten.

Dies deutet darauf hin, dass digitale soziale Bindungen die Suche der Einleger aktivieren und Einlagenmärkte über den Raum hinweg integrieren.

Eine stärkere Beteiligung an Online-Netzwerken führt zudem zu geringeren Zinsunterschieden zwischen kleinen Banken in geografisch entfernten, aber sozial verbundenen Märkten.

Diese Konvergenz beschleunigt sich mit zunehmender sozialer Konnektivität, betrifft aber nur kleine Banken.