Euroraum: Arbeitskräftezuwachs durch Migration und ältere Arbeitnehmer
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Euroraum: Ar­beits­kräf­te­zu­wachs durch Migration und ältere Arbeitnehmer

Die Arbeitskräfte im Euroraum sind in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Haupttreiber sind steigende Partizipationsraten, demografische Verschiebungen und anhaltende Nettozuwanderung.

Dynamik der Arbeitskräfte

Die Arbeitskräfte im Euroraum sind seit Ende 2019 um 7,8 Millionen auf 173 Millionen Mitte 2025 gestiegen.

Dieser Zuwachs, der deutlich über dem Trend des Vorjahrzehnts liegt, resultiert aus einer gestiegenen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (plus 5,8 Millionen) und einer höheren Erwerbsbeteiligungsquote (von 64,6% auf 66,2%).

Besonders ältere Arbeitnehmer und Migranten sind die wichtigsten Quellen dieser Expansion.

Während ältere Arbeitnehmer die Arbeitslosenquote strukturell senken, hat der Zuwachs an Migranten die Arbeitslosigkeit trotz höherer Raten begrenzt, da sich der Anstieg des Arbeitsangebots direkt in Beschäftigung niederschlug.

Die durchschnittlichen Arbeitsstunden pro Beschäftigten blieben jedoch unter dem Vorkrisenniveau, was auf Kompositionseffekte und veränderte Arbeitsmuster zurückzuführen ist.

Migration als entscheidender Faktor

Die Zusammensetzung der Arbeitskräfte hat sich seit 2019 stark verändert: Der Anteil älterer Arbeitnehmer (55-74 Jahre) stieg um 20,2%, der von Hochqualifizierten um 19,3%.

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen nahm ebenfalls zu, wodurch die Geschlechterlücke schrumpfte, aber noch immer 9 Prozentpunkte beträgt.

Das Altern der Bevölkerung wurde durch höhere Partizipationsraten und Nettozuwanderung abgefedert.

Trotzdem bleibt das Potenzial zur Steigerung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer im Euroraum im Vergleich zu den USA (7%) und Japan (14%) erheblich.

Migration und technologische Fortschritte sind entscheidend, um die langfristigen Auswirkungen der alternden Bevölkerung abzumildern.

Quelle: Drivers of the labour force in the euro area

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