EZB integriert Klima- und Naturrisiken tiefer in Kernprozesse
Die EZB hat ihren Klima- und Naturplan 2024-2025 erfolgreich abgeschlossen. Sie integriert Klima- und Naturrisiken nun tiefer in ihre Kernprozesse und Politikentscheidungen.
Erfolgreiche Integration in Kernprozesse
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Klima- und Naturplan 2024-2025 erfolgreich umgesetzt und die Berücksichtigung dieser Risiken in ihre Kernaufgaben vertieft.
Im geldpolitischen Rahmen wurden Klima- und Naturaspekte stärker integriert, etwa im Eurosystem-Sicherheitenrahmen und durch die Reduzierung von CO2-Emissionen in den Unternehmensanleihebeständen.
Makroökonomische Bewertungen und Projektionen umfassen nun auch Klimaüberlegungen wie das Emissionshandelssystem 2. Die EZB hat zudem Daten und Risikobewertungen verbessert, indem sie an Klimastresstests teilnahm und die Entwicklung von Klimaszenarien im NGFS leitet.
Die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors wurde durch die EZB-Bankenaufsicht gestärkt, die Banken bei der Bewertung von Klima- und Naturrisiken unterstützt.
Auch in den eigenen Operationen und Bilanzmanagement wurden Klimaaspekte berücksichtigt, etwa durch eine Reduzierung der Emissionen um 39 Prozent im Jahr 2024 gegenüber 2019.
Die aktualisierte geldpolitische Strategie der EZB erkennt die Auswirkungen der Naturzerstörung explizit an, wobei die Forschung wasserbezogene Risiken als besonders materiell hervorhebt.
Neue Prioritäten für eine grüne Wirtschaft
Angesichts der weiter wachsenden wirtschaftlichen und finanziellen Folgen von Klimawandel und Naturzerstörung bleibt die EZB fest entschlossen, Klima- und Naturaspekte in ihre Arbeit zu integrieren.
Dies soll die Widerstandsfähigkeit gegenüber steigenden physischen Risiken und Übergangsherausforderungen sichern.
Zukünftig intensiviert die EZB ihre Arbeit in drei vorrangigen Bereichen: Erstens, der Übergang zu einer grünen Wirtschaft, einschließlich der Bewertung von Übergangsplänen der Banken und weiterer Analysen zu Energie- und Fiskalkosten.
Zweitens, der Umgang mit den zunehmenden physischen Auswirkungen des Klimawandels auf Wirtschaft und Finanzsystem, durch Stärkung der makroökonomischen Analyse und Verbesserung der Daten.
Drittens, die Auswirkungen von Naturrisiken und Ökosystemzerstörung, insbesondere wasserbezogene Risiken.
Diese Prioritäten ergänzen laufende Maßnahmen wie die Implementierung des Klimafaktors im Eurosystem-Sicherheitenrahmen und die Weiterentwicklung von Szenario- und Stresstestmethoden.
Klima wird zum Mandatskern
Die EZB festigt mit diesem Bericht ihre Rolle als Vorreiterin bei der Integration von Klima- und Naturrisiken in die Zentralbankpolitik.
Die konsequente Umsetzung des Plans und die Definition neuer Prioritäten zeigen, dass diese Themen nicht mehr als Randaspekte, sondern als integraler Bestandteil des Mandats verstanden werden.
Für Finanzinstitute und Märkte bedeutet dies eine klare Erwartungshaltung und einen anhaltenden Druck zur Anpassung an eine grünere Wirtschaft.