EZB und ESRB: Bank-NBFI-Verbindungen bergen Stabilitätsrisiken
Die Europäische Zentralbank (EZB) und der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) warnen in einem gemeinsamen Bericht vor potenziellen Systemrisiken aus den Verflechtungen zwischen Banken und dem Nichtbanken-Finanzsektor. Diese Verbindungen schaffen zwar keine akuten Gefahren, aber erhebliche Anfälligkeiten, die Stress verstärken könnten.
Verflechtungen schaffen Anfälligkeiten
Der heute von der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) veröffentlichte gemeinsame Bericht mit dem Titel "Financial stability risks from linkages between banks and the non-bank financial intermediation sector" stellt fest, dass die Verflechtungen zwischen Banken und dem Nichtbanken-Finanzintermediationssektor (NBFI) erheblich sind.
Obwohl sie derzeit keine akuten Risiken für die Finanzstabilität darstellen, schaffen sie wichtige Anfälligkeiten, die Stress unter ungünstigen Marktbedingungen verstärken könnten.
Diese Anfälligkeiten sind zudem stark in einer kleinen Anzahl großer, global systemrelevanter Banken (G-SIBs) im Euroraum konzentriert.
Die Risikotragfähigkeit dieser G-SIBs ist entscheidend, um Schocks im Finanzsystem abzufedern und die Verstärkung von Finanzstress zu verhindern.
Der Bericht identifiziert drei wichtige und miteinander verknüpfte Rollen, die Banken in ihren Interaktionen mit dem NBFI-Sektor spielen: Liquiditätsmanagement, Bereitstellung von Hebelwirkung und Market-Making.
Kurzfristige Finanzierung und Hebelwirkung
Diese drei Rollen können über zwei Hauptkanäle zu systemischen Risiken führen.
Erstens könnte ein Verlust der Finanzierung durch NBFI-Einheiten in Marktspannungszeiten Banken vor Herausforderungen stellen.
Dies resultiert aus der kurzfristigen Natur der Finanzierung, der Homogenität der NBFI-Anbieter und begrenzten Substitutionsmöglichkeiten.
Ein negativer Preisschock an den Asset-Märkten könnte Rücknahmeanträge an NBFIs und Nachschussforderungen auslösen, was einen breiten Rückgang der NBFI-Finanzierung an Banken zur Folge hätte.
Zweitens setzt die Kreditvergabe an hebelnde NBFI-Einheiten Banken indirekt den Ergebnissen deren Handelsstrategien aus.
Hedgefonds und Wertpapierfirmen leihen sich über Repo-Transaktionen Geld von Banken und nutzen Hebelwirkung für kurzfristigen Handel.
Solche Verknüpfungen erhöhen die Anfälligkeit für Asset-Preisschocks, was zu Positionsauflösungen und Notverkäufen führen kann.
Datenlücken trüben den Blick
Der Bericht bestätigt bekannte Risikokonzentrationen, offenbart jedoch gleichzeitig gravierende Datenlücken.
Insbesondere fehlende Informationen zu außereuropäischen Engagements limitieren die vollständige Risikobewertung erheblich.
Ohne eine zentralisierte Datenerfassung bleibt die Transparenz unzureichend, was effektive Präventivmaßnahmen erschwert.