EZB-Umfrage: Verbraucher erwarten höhere Inflation und Zinsen
Die Inflationserwartungen der Eurozonen-Verbraucher sind im Dezember leicht gestiegen, ebenso die Erwartungen für Hypothekenzinsen und Hauspreise. Gleichzeitig hellte sich der Ausblick für die Wirtschaft leicht auf, während die Arbeitslosenerwartungen zunahmen.
Verbraucher sehen mehr Inflation und weniger Wachstum
Die Inflationswahrnehmung der Eurozonen-Verbraucher stieg im Dezember leicht auf 3,2 Prozent für die vergangenen zwölf Monate (Vormonat: 3,1 Prozent).
Die Erwartungen für die Teuerung in den kommenden zwölf Monaten blieben unverändert bei 2,8 Prozent.
Für drei Jahre im Voraus erhöhten sich die Erwartungen auf 2,6 Prozent (Vormonat: 2,5 Prozent), und für fünf Jahre auf 2,4 Prozent (Vormonat: 2,2 Prozent).
Die Unsicherheit über die kurzfristigen Inflationserwartungen blieb stabil.
Gleichzeitig sanken die Erwartungen für das nominale Einkommenswachstum in den nächsten zwölf Monaten leicht von 1,2 auf 1,1 Prozent.
Die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten wurden weniger negativ und stiegen von -1,3 auf -1,1 Prozent.
Die erwartete Arbeitslosenquote in zwölf Monaten erhöhte sich geringfügig von 10,9 auf 11,0 Prozent.
Haushalte mit geringerem Einkommen erwarten weiterhin höhere Inflationsraten und Arbeitslosigkeit.
Steigende Hauspreise und Hypothekenzinsen
Die Verbraucher erwarten, dass die Preise für ihre Immobilien in den nächsten zwölf Monaten um 3,6 Prozent steigen werden, nach 3,4 Prozent im November.
Auch die Erwartungen für die Hypothekenzinsen in den kommenden zwölf Monaten stiegen leicht von 4,6 auf 4,7 Prozent.
Hier zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Einkommenskategorien: Haushalte mit geringerem Einkommen erwarteten mit 5,5 Prozent die höchsten Zinsen, während Haushalte mit höherem Einkommen nur 4,1 Prozent prognostizierten.
Der Nettoanteil der Haushalte, die eine Verschärfung des Kreditzugangs in den letzten zwölf Monaten meldeten, ging weiter zurück.
Die Erwartung einer Verschärfung der Kreditbedingungen in den nächsten zwölf Monaten blieb seit Oktober unverändert.
Gemischte Signale für die EZB
Die leicht gestiegenen Inflationserwartungen der Verbraucher könnten den Druck auf die EZB erhöhen, ihre restriktive Haltung beizubehalten, auch wenn die kurzfristigen Erwartungen stabil blieben.
Die zunehmenden Erwartungen für Hypothekenzinsen und Hauspreise deuten auf anhaltende Preisdynamik hin.
Die Divergenz der Erwartungen nach Einkommensgruppen bleibt ein relevanter Faktor für die soziale Dimension der Geldpolitik.