EZB-Umfrage: Inflationerwartungen sinken deutlich
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EZB-Umfrage: In­fla­ti­o­ner­war­tun­gen sinken deutlich

Die Inflationerwartungen der Euro-Verbraucher für die nächsten zwölf Monate sind im Mai 2026 deutlich gesunken. Dies zeigt die aktuelle Umfrage der Europäischen Zentralbank.

Kurzfristiger Inflationsdruck lässt nach

Die mediane Inflationserwartung der Euro-Verbraucher für die kommenden zwölf Monate fiel im Mai 2026 auf 3,5 Prozent, nach 4,0 Prozent im April.

Dies geht aus der aktuellen Umfrage zu den Verbrauchererwartungen (CES) der Europäischen Zentralbank hervor.

Die wahrgenommene Inflation der letzten zwölf Monate verharrte hingegen bei 4,0 Prozent.

Auch die Erwartungen für drei und fünf Jahre blieben unverändert bei 2,9 beziehungsweise 2,4 Prozent.

Die Unsicherheit über die kurzfristigen Inflationserwartungen nahm ab, liegt aber weiterhin über dem Niveau vor dem Krieg im Nahen Osten.

Verbraucher in niedrigeren Einkommensquintilen berichteten weiterhin höhere Inflationswahrnehmungen und -erwartungen als jene in höheren Quintilen.

Jüngere Befragte (18-34 Jahre) gaben im Vergleich zu älteren Gruppen (35-54 und 55-70 Jahre) niedrigere Werte an.

Die Erwartungen für das nominale Einkommenswachstum stiegen von 0,8 auf 1,0 Prozent, während die erwartete nominale Ausgabensteigerung von 4,3 auf 3,8 Prozent sank.

Wirtschaft und Kreditmärkte mit gemischten Signalen

Die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in den nächsten zwölf Monaten verbesserten sich leicht von -2,2 auf -1,7 Prozent.

Gleichzeitig stiegen die Erwartungen für die Arbeitslosenquote in zwölf Monaten von 11,2 auf 11,3 Prozent.

Die zukünftige Arbeitslosenquote wird leicht über der aktuell wahrgenommenen Rate von 10,7 Prozent gesehen, was auf einen weitgehend stabilen Arbeitsmarkt hindeutet.

Die Erwartungen für das Hauspreiswachstum sanken leicht von 3,7 auf 3,6 Prozent.

Die Hypothekenzinsen blieben seit März unverändert bei 4,9 Prozent.

Der Anteil der Haushalte, die eine Verschärfung des Kreditzugangs in den letzten zwölf Monaten meldeten, erreichte den höchsten Stand seit Februar 2024, während die Erwartung einer zukünftigen Verschärfung abnahm.

Gemischte Signale für die EZB

Der Rückgang der kurzfristigen Inflationserwartungen ist ein positives Zeichen für die EZB und stützt die Disinflationserzählung.

Jedoch deuten steigende Arbeitslosenerwartungen und eine anhaltende Verschärfung des Kreditzugangs auf eine zugrunde liegende wirtschaftliche Fragilität hin.

Die Umfrage liefert somit gemischte Signale, die zukünftige geldpolitische Entscheidungen trotz der Entspannung bei der Headline-Inflation erschweren.

Quelle: ECB Consumer Expectations Survey results – May 2026

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