EZB-Bericht: Fortschritte bei Geschlechtervielfalt, aber Ziele noch nicht erreicht
Die Europäische Zentralbank (EZB) verzeichnet Fortschritte bei der Geschlechtervielfalt, insbesondere in Führungspositionen. Ein neuer Bericht zeigt jedoch, dass nicht alle Ziele der Strategie 2020-26 bis Ende 2026 erreicht werden.
Gemischte Bilanz bei den Zielvorgaben
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei der Geschlechtervielfalt in den Jahren 2013 bis 2025 deutliche Fortschritte erzielt, insbesondere auf der Ebene des Senior Managements (Gehaltsbänder K-L).
Hier stieg der Frauenanteil bis Ende 2025 um 8,8 Prozentpunkte auf 39,4 Prozent.
Auch auf Analysten-Ebene (E/F-Bänder) wurde das Ziel von 51 Prozent Frauenanteil mit 52 Prozent übertroffen.
Allerdings wurden die Ziele in anderen Bereichen noch nicht erreicht: Bei den Experten (F/G-G-Bänder) liegt der Anteil bei 44,4 Prozent (Ziel: 47 Prozent), bei den Team Leads (H-Band) bei 36,2 Prozent (Ziel: 42 Prozent) und in allen Managementpositionen (I-L-Bänder) bei 33,7 Prozent (Ziel: 36 Prozent).
Die EZB verzeichnete eine ausgewogene Einstellungsverteilung von 40 bis 60 Prozent Frauen über alle Gehaltsstufen hinweg, wobei bei Analysten und im Senior Management mindestens 50 Prozent der Neueinstellungen und Beförderungen an Frauen gingen.
Zwei Strategien, ein langer Weg
Die EZB verfolgt seit 2013 einen schrittweisen Ansatz zur Förderung der Geschlechtervielfalt.
Die erste Strategie (2013-19) zielte darauf ab, den Frauenanteil in Führungspositionen bis 2019 zu verdoppeln.
Dies führte zu einem Anstieg von 18 Prozent im Jahr 2013 auf 30,3 Prozent im Jahr 2019 in allen Managementrollen, wobei das Ziel von 35 Prozent knapp verfehlt wurde.
Die zweite Strategie (2020-26) erweiterte den Fokus auf Team Leads, Experten und Analysten und setzte jährliche Ziele für Neueinstellungen und den Gesamtanteil von Frauen in fünf Gehaltsbändern.
Die Zertifizierungen EDGE MOVE und EDGEplus im Jahr 2023 unterstreichen die externe Validierung der Bemühungen der EZB.
Harter Kampf um die letzten Prozentpunkte
Der Bericht zeigt, dass die EZB auf dem richtigen Weg ist, aber die letzten Schritte zur vollständigen Zielerreichung sind die schwierigsten.
Trotz umfassender Maßnahmen wie Stipendien, unbewusste Voreingenommenheitstrainings und flexibler Arbeitsmodelle bleibt die Schließung der verbleibenden Lücken eine Herausforderung.
Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Engagements und angepasster Strategien, um die ambitionierten Ziele vollständig zu erreichen.