Standards für digitalen Euro vereinbart
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Standards für digitalen Euro vereinbart

Die Europäische Zentralbank (EZB) kooperiert mit ECPC, nexo standards und Berlin Group, um bestehende technische Standards für digitale Euro-Zahlungen zu nutzen. Ziel ist die Minimierung von Kosten und die Erweiterung der Reichweite europäischer Zahlungslösungen.

Drei Partner, ein Ziel

Die EZB hat Abkommen mit drei europäischen Standardisierungsorganisationen – ECPC, nexo standards und der Berlin Group – unterzeichnet.

Diese Partnerschaft zielt darauf ab, bestehende offene technische Standards für die Verarbeitung digitaler Euro-Online-Zahlungen wiederzuverwenden.

Zu den Standards gehören CPACE für kontaktloses Bezahlen, nexo-Spezifikationen für die Anbindung von Händlersystemen an Zahlungsdienstleister sowie Berlin Group-Standards für Alias-Zahlungen und Kontostandsprüfungen.

Durch die Nutzung dieser weit verbreiteten europäischen Standards sollen die Akzeptanz des digitalen Euro vereinfacht und ein einheitliches Nutzererlebnis im gesamten Euroraum geschaffen werden.

Dies ermöglicht es europäischen Zahlungssystemen, geografisch zu expandieren und Anwendungsfälle zu diversifizieren, ohne dass technische Terminal-Upgrades erforderlich sind.

Die EZB minimiert so die Adoptionskosten für den Markt und fördert die frühzeitige Koordination aller Beteiligten.

Europas Antwort auf proprietäre Systeme

Europa fehlt derzeit ein universell verfügbarer offener Standard, der über alle Zahlungsterminals hinweg unterstützt wird, und ist stark von proprietären Standards internationaler Kartensysteme und globaler digitaler Geldbörsen abhängig.

Die Initiative der EZB bietet eine europäische, kostenlose Alternative zu diesen Systemen und soll neuen europäischen Anbietern den Markteintritt erleichtern.

Die Vorteile der Digital-Euro-Standards werden sich bereits vor der eigentlichen Ausgabe des digitalen Euro materialisieren.

Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, betonte: "Die offenen Digital-Euro-Standards werden europäischen Zahlungsdienstleistern und Händlern die nötige Sicherheit geben, um im gesamten Euroraum zu investieren, zu innovieren und zu konkurrieren.

" Die endgültige Verabschiedung der Digital-Euro-Verordnung durch die EU-Gesetzgeber wird die Rechtsicherheit schaffen und weitere Investitionen im Zahlungsverkehr fördern.

Potenzial mit Hürden

Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt zur technischen Fundierung des digitalen Euro, doch die tatsächliche Marktdurchdringung bleibt eine offene Frage.

Ohne die finale Verabschiedung der Digital-Euro-Verordnung durch die EU-Gesetzgeber bleibt die notwendige Rechtsklarheit für umfassende Investitionen aus.

Die EZB muss nun beweisen, dass sie nicht nur Standards setzen, sondern auch die breite Akzeptanz und Nutzung in einem fragmentierten Markt fördern kann.