EZB belässt Leitzinsen unverändert bei stabiler Inflation
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EZB belässt Leitzinsen unverändert bei stabiler Inflation

Der EZB-Rat hat seine drei Leitzinsen bei der Sitzung am 5. Februar 2026 unverändert gelassen. Die aktualisierte Einschätzung bestätigt, dass sich die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent stabilisieren sollte.

Zinsen stabil, Wirtschaft resilient

Der EZB-Rat hat am 5. Februar 2026 beschlossen, die drei Leitzinsen unverändert zu belassen.

Der Einlagenzins verbleibt bei 2,00 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent.

Diese Entscheidung basiert auf der Einschätzung, dass sich die Inflation mittelfristig bei ihrem 2-Prozent-Ziel stabilisieren wird.

Die Wirtschaft des Euroraums zeigte sich im vierten Quartal 2025 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent resilient, angetrieben von Dienstleistungen und einer Erholung im Baugewerbe.

Trotz globaler Handelsunsicherheiten und geopolitischer Spannungen stützen niedrige Arbeitslosigkeit von 6,2 Prozent im Dezember, solide Bilanzen des Privatsektors und öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur das Wachstum.

Die EZB betont, dass sie einen datenabhängigen Ansatz verfolgt und sich nicht auf einen bestimmten Zinspfad festlegt.

Inflationsrückgang und Arbeitsmarktstärke

Die Inflation im Euroraum sank im Januar 2026 auf 1,7 Prozent, nach 2,0 Prozent im Dezember und 2,1 Prozent im November.

Die Energiepreise fielen um 4,1 Prozent, während die Nahrungsmittelinflation auf 2,7 Prozent stieg.

Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) entspannte sich auf 2,2 Prozent.

Indikatoren der zugrunde liegenden Inflation bleiben konsistent mit dem 2-Prozent-Ziel, und das Lohnwachstum moderiert sich.

Der Arbeitsmarkt bleibt robust, obwohl die Nachfrage nach Arbeitskräften nachgelassen hat.

Steigende Arbeitseinkommen und eine geringere Sparquote der Haushalte sollen den privaten Konsum stärken.

Die EZB fordert zudem eine Stärkung des Euroraums durch nachhaltige öffentliche Finanzen, strategische Investitionen und Strukturreformen.

Geduld ist die neue Tugend

Die EZB signalisiert mit der Zinspause eine vorsichtige Haltung, trotz des deutlichen Inflationsrückgangs.

Die Unsicherheiten durch globale Handelskonflikte und geopolitische Risiken rechtfertigen diesen datenabhängigen Ansatz.

Für die Märkte bedeutet dies, dass weitere Zinsschritte eng an die Entwicklung der Wirtschaftsdaten geknüpft bleiben und keine voreiligen Lockerungen zu erwarten sind.

Quelle: Economic Bulletin Issue 1, 2026

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