EZB belässt Leitzinsen unverändert – Inflationsziel bestätigt
Der EZB-Rat hat seine drei Leitzinsen bei der Dezember-Sitzung 2025 unverändert belassen. Die aktualisierte Einschätzung bestätigt, dass die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent stabilisieren sollte.
Inflation auf Kurs, Wachstum robuster
Der EZB-Rat hat am 18. Dezember 2025 beschlossen, die drei Leitzinsen unverändert zu belassen.
Die aktualisierte Einschätzung bestätigt das mittelfristige Inflationsziel von 2 Prozent.
Laut den makroökonomischen Projektionen des Eurosystems wird die Gesamtinflation im Euroraum 2025 voraussichtlich durchschnittlich 2,1 Prozent betragen, gefolgt von 1,9 Prozent in 2026, 1,8 Prozent in 2027 und 2,0 Prozent in 2028.
Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) wird für 2025 auf 2,4 Prozent, für 2026 auf 2,2 Prozent, für 2027 auf 1,9 Prozent und für 2028 auf 2,0 Prozent prognostiziert.
Die Inflationsprognose für 2026 wurde hauptsächlich aufgrund eines langsamer erwarteten Rückgangs der Dienstleistungsinflation nach oben korrigiert.
Das Wirtschaftswachstum wird stärker erwartet als in den September-Projektionen 2025, primär getrieben von der Binnennachfrage.
Die Wachstumsprognosen wurden für 2025 auf 1,4 Prozent, für 2026 auf 1,2 Prozent und für 2027 sowie 2028 auf jeweils 1,4 Prozent angehoben.
Robuster Arbeitsmarkt stützt Binnenkonjunktur
Die Wirtschaft zeigte sich widerstandsfähig und wuchs im dritten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, hauptsächlich dank stärkeren Konsums und Investitionen.
Der Arbeitsmarkt bleibt robust: Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2025 bei 6,4 Prozent, nahe ihrem historischen Tief, und die Beschäftigung stieg im dritten Quartal um 0,2 Prozent.
Die Binnennachfrage dürfte der Haupttreiber des Wachstums im Euroraum bleiben, gestützt durch steigende Reallöhne und Beschäftigung.
Zusätzliche Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung sowie verbesserte Finanzierungsbedingungen durch Zinssenkungen seit Juni 2024 unterstützen die Binnenwirtschaft.
Der EZB-Rat bekräftigt seine Entschlossenheit, die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent zu stabilisieren, und verfolgt einen datenabhängigen, sitzungsweisen Ansatz ohne Vorfestlegung auf einen Zinspfad.
Stabilität vor Aktionismus
Die EZB setzt auf Stabilität und Geduld, anstatt auf die leicht erhöhten Inflationsprognosen für 2026 mit einer Zinsanpassung zu reagieren.
Dies unterstreicht das Vertrauen in den mittelfristigen Disinflationsprozess, mahnt aber gleichzeitig zur Vorsicht angesichts der anhaltenden Lohn- und Dienstleistungsinflation.
Für die Märkte bedeutet dies eine Bestätigung des datenabhängigen Kurses ohne neue Signale für die nächste Zinsbewegung.
Quelle: Economic Bulletin Issue 8, 2025
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