Studie: EU-ETS-Preise reduzieren Beschäftigung um 0,2%
Eine neue EZB-Studie zeigt: Steigen die EU-ETS-Preise um 1 Prozent, sinkt die Beschäftigung nach 18 Monaten um 0,2 Prozent. Besonders betroffen sind Jobs in emissionsintensiven Sektoren, während der Effekt auf grüne Jobs geringer ausfällt.
Kohlepreis-Schock senkt Jobs um 0,2 Prozent
Eine neue Studie von Christofer Schroeder für die EZB belegt, dass ein Anstieg der EU-ETS-Preise um 1 Prozent zu einem Rückgang der Gesamtbeschäftigung um etwa 0,2 Prozent nach anderthalb Jahren führt.
Die Auswirkungen auf Arbeitsplätze in stärker umweltbelastenden Sektoren sind dabei noch ausgeprägter, während auch in grüneren Berufen ein negativer, wenn auch weniger starker Effekt beobachtet wird.
Zwei wesentliche Faktoren beeinflussen diese Dynamik: die Zuteilung kostenloser Emissionszertifikate und die Strenge des Kündigungsschutzes.
Weniger kostenlose Zertifikate verstärken die negativen Beschäftigungseffekte, während ein stärkerer Kündigungsschutz diese dämpft.
Die Studie, die Mikrodaten aus der Europäischen Arbeitskräfteerhebung von 23 EU-Ländern zwischen 2007 und 2019 analysiert, zeigt zudem geringe, kurzlebige Effekte auf die durchschnittlichen Wochenarbeitsstunden.
Fünf Fakten zum grünen Arbeitsmarkt
Die Studie definiert Jobs nach zwei Dimensionen: wie 'grün' (Anteil umweltfreundlicher Aufgaben) und wie 'umweltbelastend' (Emissionsintensität des Sektors).
Fünf stilisierte Fakten zum europäischen Arbeitsmarkt: Erstens arbeitet die Mehrheit in Jobs, die weder sehr grün noch sehr umweltbelastend sind.
Zweitens variiert die Intensität je nach Land.
Drittens sind Arbeitnehmer in grüneren Jobs eher Männer, hochgebildet und urban; in umweltbelastenden Jobs ebenfalls Männer, aber weniger gebildet und ländlich.
Viertens nimmt die grüne Intensität zu, die umweltbelastende ab.
Fünftens wird der Rückgang der umweltbelastenden Jobs durch eine durchschnittliche Reduzierung der Umweltbelastung innerhalb der Jobs getrieben, nicht durch eine Verschiebung.
Klimaziele vs. Arbeitsmarkt-Realität
Die Studie liefert eine wichtige empirische Basis für die Debatte um die sozialen Kosten der Klimapolitik.
Sie zeigt, dass der Übergang zu einer grünen Wirtschaft kurzfristig Arbeitsplatzverluste mit sich bringen kann, die gezielte politische Maßnahmen erfordern.
Die Förderung grüner Kompetenzen und die Unterstützung betroffener Arbeitnehmer sind entscheidend, um den Übergang sozial abzufedern.
Quelle: Employment effects of EU-ETS prices
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