EZB-Analyse: Inflation verzerrt CO2-Intensität von Banken
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EZB-Analyse: Inflation verzerrt CO2-Intensität von Banken

Inflation kann die CO2-Intensität von Banken verzerren – so eine neue Analyse der EZB. Die Europäische Zentralbank hat ihre Klima-Indikatoren mit neuen Daten zu nachhaltigen Anleihen und physischen Risiken erweitert.

Inflation verzerrt CO2-Bilanz von Banken

Banken machen Fortschritte bei der Ökologisierung ihrer Portfolios.

Um dies zu überwachen, ist das Verständnis der Treiber für Veränderungen in der CO2-Intensität entscheidend.

Diese Metrik, die Emissionen im Verhältnis zur Wirtschaftsgröße misst, kann durch Inflation verzerrt werden.

Da Unternehmensumsätze nominal gemessen werden, kann ein Anstieg der Umsätze bei konstanten Emissionen den tatsächlichen Rückgang der CO2-Intensität überzeichnen.

Die EZB-Analyse zeigt, dass Inflation in den Jahren 2022 und 2023 ebenso stark oder sogar stärker als Emissionsreduktionen zum Rückgang der CO2-Intensität beitrug.

Dies verdeutlicht, dass eine Vernachlässigung der Inflation zu einer Unterschätzung der tatsächlichen CO2-Intensität führen würde.

Die EZB plant, die Methodik zur Inflationsanpassung weiter zu verfeinern.

Neue Modelle erhöhen Risiko-Schätzung

Die jüngsten Verbesserungen der Klima-Indikatoren umfassen eine präzisere Bewertung physischer Risiken.

Neue Gefahrendaten und eine verbesserte Identifizierung gefährdeter Vermögenswerte, etwa durch detailliertere Unternehmensadressen, erhöhen die Genauigkeit.

Die Ergebnisse zeigen, dass nördliche und küstennahe Regionen Europas das höchste Sturmrisiko aufweisen.

Die Integration neuer Datensätze und aktualisierter Klimamodelle erhöht die erwarteten Verluste um mehr als das Dreifache.

Eine weitere Steigerung von 22 bis 26 Prozent ergibt sich durch die Einbeziehung von Lagerbeständen.

Zudem wurden detailliertere Daten zu nachhaltigen Anleihen veröffentlicht, die zeigen, dass Nachhaltigkeits- und Sozialanleihen stärker auf internationale Investoren abzielen.

Mehr Transparenz, mehr Fragen

Die Erweiterung der Klima-Indikatoren der EZB ist ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz und einem tieferen Verständnis komplexer Zusammenhänge.

Insbesondere die Erkenntnis zur Inflationsverzerrung bei der CO2-Intensität zeigt die Notwendigkeit einer präzisen Methodik, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Dennoch bleiben die Herausforderungen bei der Datenverfügbarkeit und der Modellierung immens, was die Aussagekraft der Analysen weiterhin begrenzt.